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06.03.2008 - Interview mit Olaf Janßen

Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg II fand der Sportliche Leiter Olaf Janßen Zeit, um mit Jawattdenn.de über die aktuelle Lage an der Hafenstraße, über ehemalige Trainer und über die Jugendabteilung zu sprechen.


Teil II: "Ehemalige RWE-Trainer"


Jawattdenn.de:
Es ist ja bekannt, dass sie früher sehr eng mit Uwe Neuhaus zusammengearbeitet haben, und auch heute wird der Eindruck vermittelt, dass es einen guten Austausch zwischen Heiko Bonan und Ihnen gibt. Wo gibt es Unterschiede in der Zusammenarbeit mit Heiko Bonan im Gegensatz zu der mit seinen Vorgängern?

Olaf Janßen:
Jeder ist ein eigener Mensch mit eigenem Charakter, und wenn man mit verschiedenen Cheftrainern zusammenarbeitet, ist das immer unterschiedlich. Man merkt Heiko Bonan sicherlich an, dass er authentisch ist, was eine seiner größten Stärken ist. Er spielt niemandem was vor, das merkt auch die Mannschaft. Er ist wirklich Heiko Bonan als Mensch und auch als Trainer. Mit ihm kann man auch kritische Dinge konstruktiv diskutieren und er ist auch keiner der sagt, er habe die Weisheit mit Löffeln gefressen - das zeichnet ihn wirklich aus. Außerdem hat er auch eine sehr, sehr enge Verbindung zur Mannschaft und ist auf Augenhöhe mit seinen Spielern. Das sind alles Faktoren, die bei der Mannschaft sehr gut ankommen.


Jawattdenn.de:
Sie würden Heiko Bonan also auch jederzeit Ihren Laptop ausleihen?

Olaf Janßen:
Ja, kein Problem.


Jawattdenn.de:
Wir spielen natürlich auf die Gerüchte an, Lorenz-Günter Köstner hätte zufällig auf Ihrem Laptop eine Bewertung seiner Arbeit mit sowohl positiven als auch negativen Aspekten gelesen, was zu ein paar Verstimmungen geführt haben soll.

Olaf Janßen:
Es gibt ja die wildesten Gerüchte. Die will ich jetzt aber auch nicht näher kommentieren. Das sind Geschichten, die in der Vergangenheit des Vereins liegen.


Jawattdenn.de:
Wäre es denn so ungewöhnlich, dass ein Manager sich Gedanken über die Vorzüge und Nachteile seines Trainers macht?

Olaf Janßen:
Das gehört zu meinen Aufgaben. Ich bin den Gremien gegenüber verantwortlich, und wenn Fragen kommen, wie die Situation ist, welchen Zugang der Trainer zur Mannschaft hat etc., kann ich nicht sagen, dass ich davon eigentlich keine Ahnung habe und die Leute einfach mal selber gucken gehen sollten. Solche Dinge muss ich detailliert beantworten können, im Positiven wie im Negativen.
Ich habe auch großen Respekt vor dem Job des Cheftrainers. Diese Aufgabe ist vielfältig und Dinge verändern sich in einer rasanten Geschwindigkeit. Es ist vollkommen klar, dass man als Trainer am Tag so viele Entscheidungen zu treffen hat, dass gar nicht alle richtig sein können.
Aber als Sportlicher Leiter steht man in der Verantwortung zu analysieren und zu bewerten.


Jawattdenn.de:
War man denn vor dem Spiel gegen Köln tatsächlich im sportlichen Bereich noch so vom Trainer überzeugt, dass man ihn nicht entlassen wollte, oder hat man diese Entscheidung auch im Hinblick auf die Beliebtheit des Trainers bei vielen Fans getroffen?

Olaf Janßen:
Es kann sich doch jeder vorstellen, dass man komplett auf der Verliererstraße ist, wenn mal als Gremium oder Sportlicher Leiter seine Entscheidungen danach trifft, wie beliebt jemand bei den Fans ist, aus sportlicher Sicht aber weiß, dass man sich auf dem falschen Weg befindet. Die Entscheidung, dass er den Bock noch umstoßen kann, er mit seiner Art aufzutreten die Jungs auch wachrüttelt und wach halten kann, hatte also rein sportliche Gründe.

Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt, und unter anderem auch, was Gremien und Vorsitzende für den sportlichen Erfolg in der Lage sind auszuhalten und wegzustecken.
Das war schon a la bonheur, und es hätte fast noch zum sportlichen Erfolg geführt, der zu dieser Zeit über allem stand.

Wir haben uns entschieden, diesen Weg für den Erfolg des Vereins und der Mannschaft zu gehen. Es ist nichts so schlimm wie der Abstieg, und wenn man die eine oder andere Sache eben ertragen muss: für den Erfolg geht man diesen Weg.

Der Abstieg war unsere bisher bitterste Stunde, weil man einfach gemerkt hat, was dieser eine fehlende Punkt für uns als Verein bedeutet.


Jawattdenn.de:

Uwe Neuhaus war als Trainer in Essen auch jemand, der stark im Fokus der Kritik stand. Schlussendlich wurde er in der Hinrunde der Zweitliga-Saison entlassen. Inzwischen ist er mit Union Berlin Tabellenführer der Regionalliga. Denkt man manchmal darüber nach, ob es nicht doch eine falsche Entscheidung war, ihn rauszuschmeißen?

Olaf Janßen:
In meiner Position trifft man jeden Tag viele Entscheidungen. In der Nachbetrachtung habe ich mir das eine oder andere mal gedacht, dass ich bei dieser Personalie vielleicht lieber noch ein oder zwei Wochen hätte warten sollen.

Es ist auch kein Geheimnis, dass ich mit ihm immer noch eine sehr enge Freundschaft pflege. Und ich denke, wenn ein Sportlicher Leiter einen Trainer entlässt und sich daraus hinterher eine wirklich enge Freundschaft entwickelt, dann ist das etwas ganz besonderes.

Aber auch wenn ich die Sache rein sportlich betrachte, glaube ich im Nachhinein, dass noch ein oder zwei Spiele zu warten der richtige Weg gewesen wäre. Aber man kann die Uhr nicht mehr zurückdrehen. Er wird aber auf jeden Fall zurückkehren, nämlich dann, wenn Union Berlin an die Hafenstraße kommt.


>>Teil I: "Die sportliche Situation"<<           >>Teil III: "Die Jugendarbeit"<<


Das Interview führten Hendrik Stürznickel, Henrik Holländer und Fabian Jerrentrup