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11.01.2008 - Interview mit Heiko Bonan


Kurz vor dem Testspiel gegen Bochum und der Abreise ins Trainingslager nach Spanien stand uns Heiko Bonan zu einem ausführlichen Interview zur Verfügung.


Jawattdenn.de: Nach dem Ende der Hinrunde wurden sie unter anderem in den BeNeLux-Ländern und in Großbritannien gesichtet, auch die Vorbereitung musste geplant werden. Viel Freizeit haben sie nach dem letzten Spiel anscheinend nicht gehabt?

Heiko Bonan: Die Planung der Vorbereitung geht schnell, da ich ja über gewisse Erfahrungswerte verfüge. Wenn man zwanzig Jahre lang auf einem bestimmten Niveau Fußball gespielt hat, übernimmt man verschiedene Dinge, die man als richtig empfunden hat.

Aber wir waren schon viel unterwegs. Man kann durchaus sagen, dass Nico Schäfer, Olaf Janßen und Heiko Bonan fleißig waren. Momentan können wir noch keinen Vollzug melden, wir sind aber gut im Thema. Wir warten täglich darauf, dass wir etwas bekannt geben können.


Jawattdenn.de: Was ist an der Meldung des Wechsels von Jonathan Joseph Augustin dran? Dieser Transfer wurde von seinem Verein bereits als perfekt gemeldet.

Heiko Bonan: Da ist etwas dran, aber noch nichts fix. Sein Verein war da ein bisschen vorschnell, das ist noch nicht ausverhandelt. Es geht dabei auch um die Ablösesumme, da er noch einen laufenden Vertrag hat. Warum sie den Transfer schon als perfekt gemeldet haben, weiß ich auch nicht. Vielleicht wollten sie deutlich machen, dass der Spieler gehen wird, da der Verein bereits einen Neuen verpflichtet hat. Das spielt uns auf der anderen Seite aber in die Karten. Wenn man einen Abgang schon als perfekt verkündet, stünde man in der Öffentlichkeit ziemlich dumm da, wenn es doch scheitert. Warten wir einfach mal ab.


Jawattdenn.de: Wie kommt man auf so einen Spieler?

Heiko Bonan: So wie es heutzutage üblich ist: Hörensagen. Jeder hat seine Kontakte und RWE hat leider mit Horst Quade nur noch einen Scout, der hauptsächlich mit der Beobachtung der nächsten Gegner beschäftigt ist. Es besteht aber immer die Möglichkeit jemanden anzurufen und ihn nach möglichen Verstärkungen zu fragen.


Jawattdenn.de: Wie muss man sich so etwas als Fan vorstellen: Man bekommt den Tipp, fährt nach Belgien, schaut sich ein Spiel an und ruft dann den Spieler oder Berater an?

Heiko Bonan: Eigentlich ist das schon richtig, da uns da viel mehr nicht zur Verfügung steht. Ich würde einen Spieler gerne länger beobachten, aber wir haben hier momentan auch keinen Goldesel herumstehen. Das kostet auch alles etwas Geld. Vier mal nach England zu fliegen um einen Spieler zu beobachten ist für uns einfach nicht machbar. Deswegen ist es umso wichtiger Menschen zu kennen, denen man vertrauen kann.

Wir haben, wenn wir einen Spieler beobachten, ja auch schon gewisse Vorstellungen, welche Fähigkeiten dieser mitbringen muss. Bei unserem System muss er Dynamik mitbringen und selbst wenn er schlecht spielt, kann man sehen, ob der Spieler schnell laufen kann oder nicht.
Solche Dinge kann man mit einer Beobachtung auf jeden Fall abhaken, aber dann wird es schon verdammt eng.

Da muss man sich dann darauf verlassen können, dass die Leute, die den Tipp gegeben haben, einem nichts Böses wollen, was nicht heißt, dass es trotzdem mal schief gehen kann.


Jawattdenn.de: Wie viele Spieler sollen noch kommen und auf welchen Positionen will sich Rot-Weiss verstärken?

Heiko Bonan: Ralf Aussem und ich haben gerade beim Training mal durchgerechnet, dass wir eigentlich mit gerade einmal 14 Regionalligaspielern die Hinrunde bestritten haben. Dazu kam noch André Schei Lindbaek, der auch relativ viel verletzt und noch nicht so 100%ig da war. Das ist eigentlich unglaublich.

Der Rest unseres Kaders war verletzt und stand nicht zur Verfügung. Die Spieler Nummer 21-24, die den Kader dann aufgefüllt haben, waren eigentlich als Perspektivspieler eingeplant.
Nach jetzigem Stand haben wir 16 Regionalligaspieler.

Jedem sollte klar sein, dass wir so nicht über die Rückrunde kommen. Wir sind auch extrem kopflastig, das bedeutet wir haben viele Spieler im Offensivbereich, sind aber in der Defensive nach den Ausfällen von Stefan Lorenz und Mitja Schäfer ganz dünn besetzt.
Wir können nicht permanent Spieler wie Michael Lorenz oder Jozef Kotula nach hinten schieben. Wir müssen breit aufgestellt sein, deswegen ist die Zahl von zwei bis drei Zugängen, die in den Medien genannt wird, realistisch.


Jawattdenn.de: Der Fokus liegt dabei dann also auf der Defensive?

Heiko Bonan: Wir benötigen dringend einen Spieler für die Dreierkette. Zusätzlich wäre es gut, noch einen Linksfuß zu bekommen, weil wir mit Niklas Andersen nur noch einen Linksfuß im Kader haben. Gute Linksfüße sucht allerdings jeder Fußballverein auf der Welt. Ein richtig guter Linksfuß, der das entsprechende Tempo hat, offensiv denkt, aber auch in der Defensive Disziplin an den Tag legt - das ist die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.


Jawattdenn.de: Durch den Ausfall von Kiskanc stehen mit Baltes, Kotula und Brandy für die linke Außenbahn nur drei Rechtsfüße zur Verfügung. Das empfinden Sie als problematisch?

Heiko Bonan: Die Jungs können diese Position auf Regionalliga-Niveau spielen, keine Frage. Es geht darum, den Kader zu optimieren und wenn wir jemanden holen, dann wird das kein Rechtsfuß für die linke Seite sein, denn solche Spieler haben wir ja. Ich hoffe, dass wir noch einen Linksfuß für diese Position finden. Ein bisschen Zeit ist ja noch.


Jawattdenn.de: Der Verein sucht auch im Ausland nach Verstärkungen. Wird es nicht schwierig die neuen Spieler bis zum Beginn der Rückrunde zu integrieren?

Heiko Bonan: Die Mannschaft ist gefestigt. Wenn jemand, bei dem die Mannschaft merkt, dass er die nötige Qualität mitbringt, kommt, muss er sich schon sehr dumm anstellen, da den Anschluss zu verpassen. Ich sehe da kein Problem.
Der Fußball ist international, und auch die internationalen Topmannschaften tätigen noch Verpflichtungen im Winter. Wenn die immer davor Angst haben müssten, dass ein ausländischer Spieler nicht kapiert wie Fußball funktioniert, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Fußball ist ein einfaches Spiel. Da stehen elf Mann auf dem Platz und einige sitzen draußen und warten, dass sie eingewechselt werden. Jeder versucht zu gewinnen und da ist es egal welche Sprache man spricht. Man kann sich privat mit einem Ausländer unterhalten und man muss es auch auf dem Fußballplatz können. Wenn man Fußballintelligenz hat, kann man das Spiel immer lesen, egal in welchem Land.


Jawattdenn.de: Zuletzt war zu lesen, dass der Spieler Dennis Kruppke laut seinem Berater bei RWE "auf die Warmhalteplatte" geschoben worden wäre. Was soll man sich darunter vorstellen?

Heiko Bonan: Ich weiß auch nicht, wie er das meint. Aber damit der Fan auch versteht wie solch eine Verhandlung aussieht: Wenn ein interessanter Spieler auf dem Markt ist, sind in der Regel mehrere Vereine interessiert. Stellen wir uns vor, fünf Vereine wollen einen Spieler haben. Der Spieler unterhält sich logischerweise mit allen fünf Vereinen. Sobald der Spieler beim ersten Gespräch herausgeht, liegt dieser Verein bei ihm zunächst mal auf der Warmhalteplatte!
Da müssen wir alle mal umdenken. Wir sind ein Verein, der einen Job zu vergeben hat. Wer diesen Job bekommt, entscheiden in erster Linie wir. Wenn der Spieler möchte, kann er dann einen Vertrag unterschreiben.

Wir haben mit Dennis Kruppke gesprochen, waren uns aber nicht zu hundert Prozent sicher und haben uns dann entschieden erst unsere anderen Prioritäten in der Abwehr und auf der Außenbahn abzuarbeiten. Danach gucken wir, ob wir uns noch einen weiteren Offensivspieler zulegen. So war unsere Denkweise, und das sollte auch mal so rüberkommen, denn wir haben den Jungen nicht verarscht.

Wenn er schnell einen Verein haben möchte, dann soll er bei Braunschweig unterschreiben. Da habe ich kein Problem mit, denn wie gesagt: Wir haben einen Job zu vergeben und wir entscheiden, wer der Richtige dafür ist.


Jawattdenn.de: Wie sieht es bei Ihnen persönlich aus? Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Gibt es da schon Gespräche?

Heiko Bonan: Nein. Aber ich bin fünfzehn Jahre lang Fußballprofi gewesen und habe noch nie ein Gespräch über eine Vertragsverlängerung vor Weihnachten gehabt. In der Regel lief das meist im März oder April. Das verschiebt sich mittlerweile immer weiter nach vorne, weil die Spieler immer unruhiger werden. Aus Vereinssicht muss ich aber auch mal sagen, dass wir hier keine Lebensversicherung zu verkaufen haben.

Das sind Verträge, die entsprechend der Leistung vergeben werden. Wenn wir der Meinung sind, dass wir uns den Einen oder Anderen noch etwas länger angucken wollen und seine Entwicklung bis März abwarten, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass wir den Spieler nicht mehr wollen. Aber in einem Vierteljahr kann ein Spieler einen großen Schritt nach vorne, aber auch nach hinten machen. Die Zielsetzung des Vereins kann sich ändern. Es kann einen Aufstieg oder Abstieg geben und dementsprechend veränderte Personalplanungen oder finanzielle Möglichkeiten.

Ich mache mir also keine Sorgen. Wenn ich gute Arbeit abliefere und der Verein zufrieden ist, wird die Verlängerung kein Problem sein. Im Umgekehrten Fall werde ich hier eh nicht lange bleiben, egal ob ich Vertrag habe oder nicht.


Jawattdenn.de: Sercan Güvenisik erzählte am Sonntag, dass er noch nicht wegen einer Verlängerung angesprochen wurde. Wartet man seine Entwicklung ab?

Heiko Bonan: Welche Veranlassung sollte der Verein haben, mit einem Spieler zu verlängern, der verletzt ist? Wir wissen nicht wie lange es dauert bis er wieder da ist und ob er wieder in Form kommt. Außerdem stimmt das so nicht, es wurde bereits kurz mit Güve gesprochen. Das dauert aber seine Zeit.

Es gibt momentan andere Prioritäten. Es wurde zunächst mit Spielern wie Gorschlüter, Guie-Mien oder Andersen verlängert, die in der ganzen Hinrunde überzeugt haben und auch für andere Vereine interessant waren. Jetzt arbeiten wir sukzessive die anderen Spieler ab. Wie gesagt, wir haben jetzt Anfang Januar! Ich kann es nicht verstehen, warum die Spieler jetzt versuchen auf diese Art und Weise Druck zu machen. Ich habe da auch kein Verständnis für, weil das interne Sachen sind, über die man keine Auskunft zu geben braucht, wenn die Presse danach fragt.

Sollte jetzt jemand mit dem Argument "Stefan Lorenz" kommen, so muss ich sagen, dass das ein völlig anderer Fall ist. Stefan Lorenz hat einen riesigen Stellenwert bei den Fans, er hat zwei Jahre in Essen nachgewiesen, dass er Topleistung für den Verein bringt und sich zu hundert Prozent mit RWE identifiziert. Das ist eine ganz andere Kategorie. Wir wollten in diesem Fall auch ein Zeichen setzen, dass wir den Stefan nicht hängen lassen. Wir glauben an ihn und wissen, wie er zu RWE steht. Deswegen haben wir den Vertrag verlängert. Es werden alle dran kommen. Ob dann alle einen Vertrag bekommen, ist eine ganz andere Sache.


Jawattdenn.de: Sie sind aber, auch wenn ihr Vertrag ausläuft, trotzdem darin involviert, welche Verträge verlängert werden?

Heiko Bonan: Momentan bin ich ja immer noch der Trainer. Wie lange noch, werden wir sehen. (lacht) Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass auch ich sage, welcher Spieler zu unserer Fußballphilosophie passt. Es gibt aber natürlich noch übergeordnete Gremien wie Aufsichtsrat und Vorstand, die letztendlich entscheiden, ob ein Vertrag unterschrieben wird oder nicht. Das ist auch richtig so, denn Trainer sind auswechselbar.


Jawattdenn.de: Gibt es eventuell im Winter noch Abgänge?

Heiko Bonan: Ich kann mir vorstellen, dass der Ein oder Andere noch auf uns zukommt, wenn es wirklich mit den zwei bis drei Neuverpflichtungen klappt. Wir haben viele junge Spieler im Kader, die sich nur weiterentwickeln, wenn sie spielen und wenn sie sich bei uns nicht durchsetzen können, ist für den Ein oder Anderen ein Vereinswechsel der richtige Schritt. Momentan können wir aber gar keinen abgeben.


Jawattdenn.de: Der Verein geht durch starke Neuzugänge wie Baltes aggressiver in die Rückrunde. Ist ein möglicher Abstieg Thema im Verein?

Heiko Bonan: Im Verein schon, für mich nicht. Wenn ich Angst hätte, dass wir den zehnten Platz nicht schaffen, dann hätte ich am 02. Januar nicht wiederkommen dürfen. Das würde nämlich alles in Frage stellen, was wir im Sommer geplant haben. Wenn wir nicht das Problem mit den fünf Langzeitverletzten hätten, hätten wir einen der besten Kader der ganzen Liga und würden auch punktemäßig ganz anders da stehen. Es ist schon eine Sensation, dass wir den Anschluss mit so vielen jungen, unerfahrenen Leuten gehalten haben. Uns fehlen fünf gestandene Zweitligaspieler seit einem halben oder Vierteljahr und das ist das Problem, das wir die ganze Zeit mit herumschleppen. Die Verpflichtungen planen wir nicht, weil wir noch aggressiver sein wollen, sondern weil wir alles absichern wollen. Du kannst nicht mit 16 Leuten in die Rückrunde starten, wovon auch noch acht rein offensiv ausgerichtet sind.


Jawattdenn.de: Das Lazarett hat sich also auch nach der Pause noch nicht gelichtet?

Heiko Bonan: Nein Wir haben immer noch fünf Verletzte. Haeldermans und Güvenisik sollen Ende des Monats wieder voll belastbar sein, und bei den anderen Spielern wird es noch mindestens drei Monate dauern. Dann sprechen wir aber davon, dass die Leute voll belastbar sind. Damit sind sie für ein Regionalliga-Spitzenteam aber noch lange nicht spielfit, und den Anspruch müssen wir haben. Wenn wir oben angreifen wollen, müssen die Spieler zu hundert Prozent fit sein. Das kann nach einer fünf Monate andauernden Verletzungspause niemand.


Jawattdenn.de: Sind die Langzeitverletzten, insbesondere jemand wie Stefan Lorenz, denn nah beim Team? Alex Löbe ist ja vor zwei Jahren beispielsweise nach seinem Kreuzbandriss privat zu den Spielen nachgereist und verletzt mit ins Trainingslager geflogen.

Heiko Bonan: Die sind bei jedem Spiel anwesend und sind den einen oder anderen Tag auch beim Training. Es macht aber keinen Sinn, wenn sie ständig hier sind und ihre Reha nicht voll durchziehen können. Die arbeiten alle ordentlich in verschiedenen Rehazentren. Am Mittwoch beim Spiel gegen Bochum werden sicher alle wieder da sein. Stefan Lorenz, Sercan Güvenisik und Stijn Haeldermans werden auch mit ins Trainingslager fahren und da im Rahmen ihrer Möglichkeiten trainieren.


Jawattdenn.de: Zuletzt hieß es, dass für Stijn Haeldermans ein Mentaltrainer verpflichtet wurde. Ist das so richtig und was versprechen Sie sich davon?

Heiko Bonan: Die Handballnationalmannschaft ist im eigenen Land Weltmeister geworden und hat eng mit einem so genannten Mentaltrainer zusammengearbeitet. Was bestimmte wissenschaftliche Einflüsse angeht, leben wir in Deutschland hinterm Mond. Das hat Jürgen Klinsmann den Leuten eindrucksvoll vor Augen geführt, als er mit solchen Leuten zusammen gearbeitet hat. Wir müssen uns da öffnen. Ob das dann jedem Spieler was bringt, ist eine andere Frage.

Wir haben da eine Frau kennengelernt, die sonst Spitzenfunktionäre in Wirtschaftsunternehmen betreut. Sie behandelt in erster Linie Phobien und Versagensängste. Ich glaube schon, dass dies ein Mosaikstein ist, der uns helfen kann.


Jawattdenn.de: Die Mentaltrainerin soll aber mit der ganzen Mannschaft arbeiten?
In der Presse kam es eher so herüber, dass jemand extra für Stijn Haeldermans engagiert worden wäre.

Heiko Bonan: Das kommt so rüber, weil der Herr Journalist wieder irgendwas gehört hat und nicht richtig nachfragt. Das ist genau dieselbe Geschichte wie mit Dennis Kruppke. Wenn man was schreiben will, dann kann man doch mal vorher anrufen und nachfragen. Dann kriegt man eine gute Antwort und kann auch mal was Richtiges schreiben.


Jawattdenn.de: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass Stijn Haeldermans der Mannschaft nach fast einem Jahr ohne Wettkampfpraxis in der Rückrunde noch mal helfen kann?

Heiko Bonan: Die gesamte Rückrunde betrachtet, wird Stijn uns definitiv noch weiterhelfen können, wenn er Ende Januar 100% fit ist. Das wird nicht vom ersten Spieltag in der Rückrunde der Fall sein, aber es geht auch darum, Qualität auf der Bank sitzen zu haben. Gegen Düsseldorf, also eines der Topteams der Liga, hatte ich vier Verbandsligaspieler auf der Bank sitzen. Wie willst du da qualitativ noch mal nachlegen, wenn es eng wird?

Wie willst du ein Spiel gegen Verl noch gewinnen, wenn du dich umdrehst und weißt, dass diese Jungs eigentlich noch Lehrlinge sind? Es geht darum, Alternativen zu bekommen, und wenn ein Haeldermans fit ist, ist er immer eine Alternative. Ob das jetzt sofort für 90 Minuten oder mal für eine halbe Stunde gilt, ist dann eine andere Frage. Aber jeder Spieler, der fit zurückkommt, hilft uns weiter.


Jawattdenn.de: Sehr stark im Fokus der Öffentlichkeit steht André Schei Lindbaek. Können Sie das nachvollziehen? Gehen ihnen die häufigen Fragen nach ihm inzwischen etwas auf die Nerven?

Heiko Bonan: Es geht mir auf den Sack und ich kann es nicht nachvollziehen! Ich bin Fußballtrainer und habe inklusive der Nachwuchsspieler aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft 25 Spieler im Kader. Für mich sind die alle gleich, egal, ob die fünf Euro oder hunderttausend Euro im Monat verdienen.

Der André ist einer von 25 und ich stelle die auf, von denen wir glauben, dass sie die größte Sicherheit bieten, dass wir Erfolg haben. Jeder ist selbst dafür verantwortlich auf dem Platz zu stehen. Wenn er sich zeigt und zeigt, dass er besser ist als die anderen Offensivspieler, dann spielt er. Sonst spielen die anderen.
Die Begründung, dass er ein teurer Spieler ist, lasse ich nicht gelten. In anderen Mannschaften sitzen Leute auf der Bank, die vier Millionen verdienen. Da wird auch nicht so ein Theater drum gemacht.

Es ist doch auch logisch, dass ich wie jeder andere normale Mensch bei 25 Spielern mal einen Spieler etwas mehr oder weniger mag. Wenn es ums Fußball spielen geht, geht mir das aber am Arsch vorbei. Wir stellen nur nach Leistung und danach auf, wie wir glauben, dass die größtmögliche Chance besteht, Fußballspiele zu gewinnen.
Ob ich jemanden leiden oder nicht leiden kann, den Luxus konnte ich mir als Spieler auch nicht leisten. Da hat es auch niemanden interessiert, ob ich meine Mitspieler leiden konnte.
Manfred Bender und ich mochten uns überhaupt nicht. Trotzdem haben wir 90 Minuten lang zusammen versucht, ein Fußballspiel zu gewinnen und Geld zu verdienen. Oder glaubst du, bei Chelsea können sich alle leiden!?

Das ist doch Blödsinn. Und als Trainer würdest du dich doch selber kaputt machen, wenn du einen besseren Spieler nicht bringst.
Dass man unterschiedlicher Meinung über die Art sein kann, wie ein Fußballer spielt, ist klar. Das hat aber nichts mit Charakter, Aussehen, Hautfarbe oder Alter zu tun.


Jawattdenn.de: Aber Sie verstehen, dass die Leute nachfragen, wenn Michael Lorenz Sturmspitze spielt und Lindbaek auf der Bank sitzt?

Heiko Bonan: Das ist ja das nächste Problem. Es hat niemand gefragt! Lindbaek war krank. Er hat vier Tage nicht trainiert, weil er Fieber hatte. Er hat, genauso wie Markus Kurth, Antibiotika bekommen, und deswegen auch nicht gespielt! Wenn man schon wertet oder bewertet, kann man vorher wenigstens mal nachfragen, denn wir sind ja auch nicht ganz doof.

Wenn ein Lindbaek krank ist, dann ist er krank. Teilweise kam ja auch schon auf, dass wir da was vorschieben würden. Das ist aber Blödsinn. Entweder er ist krank, oder er ist gesund, und dann entscheidet die Leistung. Es gibt nur die beiden Möglichkeiten.

Davon abgesehen hat der Michael Lorenz die Position gegen die Fortuna hervorragend gespielt. Wir wussten, dass er das kann, denn sonst wären wir gar nicht auf die Idee gekommen, das auszuprobieren.


Jawattdenn.de: Warum wird der Spieler dann nicht auf die Tribüne gesetzt? So hätte man die Situation deutlicher gemacht und weniger Angriffsfläche geboten?

Heiko Bonan: Das hätte ich gemacht, wenn ich eine Alternative gehabt hätte.
Aber selbst wenn der André fit gewesen wäre und ich der Meinung gewesen wäre, dass der Michael Lorenz für dieses Spiel der bessere auf der Position ist: dann spielt Michael Lorenz! Da interessiert mich das auch nicht, ob ihr euch fragt, ob ich blöd bin oder nicht. Das ist ja nicht meine Bauchentscheidung. Das ist eine Entscheidung, die durch Trainingseindrücke und Absprachen, welche Mannschaft die beste ist, um Düsseldorf zu schlagen, entsteht.
Es ist nicht so, dass ich nachts einen Albtraum habe und dann entscheide, dass wir den Lorenz mal vorne rumturnen lassen. Man kann davon ausgehen, dass wir unsere Entscheidung begründen können, und ich halte da auch meinen Kopf für hin.


Jawattdenn.de: Wird das dem Spieler auch so mitgeteilt, warum Michael Lorenz spielt und er auf der Bank sitzt?

Heiko Bonan: Nein, warum?


Jawattdenn.de: Und wenn der Spieler nachfragt?

Heiko Bonan: Dann bekommt er eine Antwort. Aber bei dem konkreten Beispiel musste ich das gar nicht begründen, weil Markus Kurth und André Schei Lindbaek bei mir vor dem Spiel in der Kabine waren und ich einen von den beiden rausnehmen musste.

Beide auf die Bank zu setzen war mir ein zu großes Risiko, da ich noch drei weitere angeschlagene Spieler im Kader hatte. Die beiden sollten dann entscheiden, wer mehr Luft kriegt, wenn er ein paar Meter läuft, und da blieb Andre Schei Lindbaek dann über.
Und der war heilfroh, dass er nicht spielen musste, weil er einfach nicht konnte. Wir haben ihn aber auf die Bank gelassen, damit wir ihn, wenn wir alles hätten versuchen müssen um z.B. einen Punkt zu holen, noch für zehn Minuten hätten einwechseln können.
Ich muss aber auch nicht alles begründen. Ich mache das gerne auf Nachfrage, aber ich werde den Teufel tun, vorher schon bei allem zu erklären, was ich weshalb tue.

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