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22.09.2004: DFB-Pokal, 2. Hauptrunde: RW Oberhausen - VfB Stuttgart 0:2

Die zweite DFB-Pokalrunde wies den Kleeblättlern aus Oberhausen den dreifachen Pokalsieger aus dem Schwabenland, den VfB Stuttgart, zu. Auch ein den ganzen Tag andauernder Regenschauer konnte den Verfasser und zwei kurzentschlossene Begleiter nicht davon abhalten, dem Niederrheinstadion einen Besuch abzustatten.

Die Ausgangssituation vor dem Spiel hätte unterschiedlicher kaum sein können. So trennen die beiden Vereine nicht nur eine Liga, sondern auch die extrem unterschiedlichen Saisonstarts. Oberhausen hat in der zweiten Bundesliga noch kein Spiel fuer sich entscheiden können. Dies ist umso verwunderlicher, da der Verein in der letztjährigen, etwas verrückten Zweitligasaison beinahe den Aufstieg geschafft hätte. Trainer Andersen wackelt nun bereits, da die Ansprüche in Oberhausen nach dieser phänomenalen Saison durchaus gestiegen sind.

Stuttgart hingegen hat abermals einen guten Saisonauftakt bestritten und man schickt sich in Cannstatt wieder mal an, zumindest um die Champions League mitzuspielen. Talentierte junge Spieler wie Kevin Kuranyi, Philipp Lahm oder Timo Hildebrand faszinieren nicht nur die schwaebischen Fans, sondern zumindest die ersten beiden wirbeln auch in der Nationalmannschaft gehoerig. Dass mit Timo Hildebrand vielleicht, langsam aber sicher, ein Nachfolger fuer den in die Jahre gekommenen Schickeriakeeper aus Karlsruhe heranreift, ist nicht nur für die sogenannten 'Fussballexperten' keine Neuigkeit mehr.

Warum trotz des attraktiven Gegners nur 7420 Zuschauer ins Niederrheinstadion kommen, ist schwer zu beurteilen. Das schlechte Wetter, das nicht gerade komfortable Stadion und auch die schwachen Leistungen der Gastgeber dürften als Gründe sicherlich ins Gewicht fallen. Letztlich sollte jedoch auch nicht wegdiskutiert werden, dass RWO auch in besseren Zweitligazeiten über äusserst spärliche Publikumzahlen zu klagen hat und hatte. Woran dies wiederum liegt, ist wohl noch um einiges schwieriger zu ergründen und soll zumindest an dieser Stelle auch nicht weiter interessieren.

Etwa 30 Minuten vor Spielbeginn betritt man den Block bzw. die Kurve, in Oberhausen 'Kanalkurve' genannt. Diese zum allergrössten Teil unüberdachte Stehkurve bietet laut Homepage des Vereins 8,500 zahlenden und stehenden Gästen Platz, wobei die Zahl eben dieser heute bei maximal 250 liegen dürfte. Bei 432 Kilometern für die Strecke zwischen Stuttgart und Oberhausen und unter Rücksichtnahme auf den Wochentag ist dies sicherlich keine schlechte Zahl. Gegenüber der Kanalkurve befindet sich die 'berühmte' Emscherkurve, die ebensovielen Heimfans Platz bietet wie ihr Pendant. Ausserdem ist sie Namensgeber einer Band, die sich in ihren Texten unter anderem auch mit Rot-Weiß Oberhausen befasst.
Die beiden Tribünen bieten 4,000 Sitzplätze (jeweils 2,000 pro Seite), und da das Dach der Haupttribüne etwas breiter ausfällt, sind die Stehplätze an den jeweiligen Rändern, das heisst also einmal für Gäste und einmal für Heimfans, ebenfalls überdacht. So kommen angeblich oder tatsächlich 1,000 überdachte Stehplätze zusammen.

Zum Intro, dass für viele Fussballfans ja mittlerweile ein integraler Bestandteil des Fussballspiels geworden ist, präsentiert man auf Oberhausener Seite eine zweiteilige Blockfahne mit den Umrissen der markanten Bauwerke der Stadt - schon mehr als tausend Mal gesehen. Ausserdem fordert man die Mannschaft und wohl auch die Fans auf, an 'das Wunder' zu glauben. Erwartungsgemäss gibt es auf Stuttgarter Seite keinerlei optische Akzente, der sangesfreudige Mob hat sich unter dem kleinen Dach und vor der 'Ultras'-Zaunfahne versammelt. Diese ist meines Wissens nach etwas älterer Prägung und zeigt das bekannte Männchen des Commandos Cannstatt, die neuere Auswärtsfahne selbiger Gruppierung befindet sich nämlich in Kölner Besitz.

Dass unter den gegebenen Witterungsverhältnissen kein Traumspiel zu Stande kommen würde, ist von Beginn an klar. Auch, dass der Support wohl kaum italienische Ausmaße annehmen wird. Vor allem aus Stuttgarter Sicht dürfte ein Mittwochsspiel in Oberhausen bei den sonstigen Paarungen im Europapokal oder dem anstehenden Schlagerspiel gegen Bayer Leverkusen eher untergeordneten Stellenwert besitzen. Warum allerdings auch von Oberhausener Seite so wenig zu hören ist, und das, wo man sicherlich nicht ständig die Möglichkeit hat, gegen Bundesligisten zu spielen, bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist auch die miserable Akustik des Stadions Schuld an dieser Einschätzung.

Das Spiel plätschert, um eine Floskel der allseits heissgeliebten TV-Moderatoren zu verwenden, so vor sich hin, Oberhausen kommt sogar ein paar Mal zu nennenswerten Chancen, die Timo Hildebrand allerdings allesamt pariert. Zeit, sich darum zu bemühen, die Cannstätter Gesänge zu verstehen. Da das Spiel wenig Anlass zu Heissblütigkeit liefert, ergehen sich zumindest einige Stuttgarter in netten Gesängen über Bordellbesuche, Alkoholismus und Selbstironie, was zumindest kurzzeitig für einige Aufmunterung sorgt.
Zur zweiten Halbzeit spielt der VfB die Rolle, die ein Bundesligist in derartigen Partien normalerweise übernimmt: Die müde gewordenen Oberhausener werden mittels zweier Treffer innerhalb von 5 Minuten (55. und 60.) durch Cacau und Hleb ausgeknockt. Jegliche Bemühungen, dem Spiel noch eine Wendung zu geben, scheitern an der ruhig aufspielenden Abwehr der Schwaben.

Am Schluss steht ein eigentlich nie in Bedrängnis geratener 0-2 Auswärtserfolg zu Buche und mit den bereitstehenden Bussen fährt man wieder in schönere Gebiete östlich von Oberhausen. Die Anti-RWE Gesänge im Bus sind sozusagen der krönende Abschluss einer durchwachsenen Tour - 'am Tag, als Rot-Weiß Essen starb' trällert der Anhang der Kleeblätter. Den Tod von Rot-Weiß Oberhausen jedenfalls, soviel scheint klar, würde man wohl nicht einmal besingen. (dk)



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