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14.09.2004: Champions League, Gruppe G: Inter Mailand - Werder Bremen 2:0

Werder und die Champions League - wer hätte sich zu Beginn der Saison 03/04 nach dem 4-0 Debakel im österreichischen Pasching träumen lassen, dass man schon in der nächsten Saison gegen Inter Mailand im San Siro spielen würde? Trotzdem ist es so gekommen - und davon profitierten nicht nur die Fans aus Bremen, sondern auch eine kleine 'Abteilung' aus 6 reiselustigen Essenern, die sich ebenfalls in Richtung Mailand in Bewegung setzten. Nach einer teilweise etwas strapaziösen Bustour erreichte man nach etwa 17-stuendiger Fahrt vom Bremer Weserstadion aus gegen 13 oder 14 Uhr das San Siro.

Schon von aussen bietet der Mailänder Fussballtempel einen beeindruckenden Anblick: Vier riesige Säulen flankieren den Bau, der auf den ersten Blick unheimlich monströs wirkt. Da bis zum Anpfiff noch einiges an Zeit totzuschlagen war, machte man sich in verschieden grossen Reisegruppen daran, die Mailänder Innenstadt zu erkunden. Der anhaltende Dauerregen - und das in Italien! - vermieste jedoch grössere Erkundungstouren, so dass ausser dem Mailänder Dom eigentlich keine anderen klassischen Sehenswürdigkeiten besichtigt wurden. Nach dem Verzehr einer für italienische Touristenstadt-Verhältnisse recht günstigen Pizza und ein paar Sangeseinlagen machte man sich frohen Mutes wieder auf den Weg Richtung Stadion.

An den zahlreichen, vor dem Stadion aufgebauten Ständen, konnte man nicht nur eine Menge an völlig überteuerten Getraenken und Sandwiches kaufen, sondern auch so einige Fanartikel aus dem Inter-Sortiment. Ob allerdings alle Schals, Trikots und Fahnen wirklich original vom Verein oder von den auf ihnen abgedruckten Fangruppierungen produziert wurden, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Der 'Boys San'-Seidenschal für 8 Euro fand recht guten Absatz bei einigen Gästen, leider bemerkten die meisten wohl zu spät, was sie da erworben hatten: 'Verziert' war selbiger nämlich mit einem Keltenkreuz und einem Schwert, dem Emblem der politisch eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnenden Inter-Gruppierung. Seis drum.

Nachdem man gegen 18 Uhr endlich - um eine abgedroschene Phrase zu benutzen - 'den Ground entern' konnte, offenbarte sich beim Betreten des Innenraums erst die wirkliche Dimension dieses Stadions: Mit offenem Mund, staunend über die riesigen, 3stufigen Tribünen, steht man erstmal für ein paar Sekunden da und schaut um sich. Letztlich kann man nur jedem Fussballfan raten, irgendwann einmal dieses Bauwerk zu besuchen, der Eindruck ist schlichtweg überwältigend. Wie die Atmosphäre, die Lautstärke und das Gefühl, Teil der Masse zu sein, erst sein muss, wenn das Stadion mit über 80,000 Menschen gefüllt ist, lässt sich nur erahnen. Für den Werderanhang war der Unterrang hinter dem Tor vorgesehen, und auf der anderen Seite sah man schon die bekannten Zaunfahnen der Interisti: Boys San, Viking, Irriducibili. Wie würde die Akustik in diesem Stadion sein? Könnte man sogar einen oder gar 3 Punkte entführen? Eine Menge Fragen und noch mehr Zeit, bis sie beantwortet würden.

Als das Spiel endlich anfangen sollte, verzögerte sich der Anpfiff doch noch einmal um ein paar Minuten - etwa 30 Bengalos und 4 Kilogramm Rauch auf unserer Seite sorgten dafür. Kaum hatte sich die Sicht wieder gebessert, gab es auch schon einen Elfmeter für Mailand und eine rote Karte für den französischen Abwehrchef Ismael. Ein toller Auftakt. Die bereits vor Spielbeginn sehr gute Stimmung des Bremer Anhangs beeinträchtigte dies allerdings nur bedingt. Noch grösser wurde die Freude, als Andreas Reinke den Schuss von Christian Vieri, einem der unsympathischsten Fussballer der Welt, parierte. Trotzdem war klar, dass dieses Spiel ein heisser Tanz werden würde. Den zweiten Elfmeter, diesmal allerdings ganz klar eine Fehlentscheidung, da das Foul vor dem Strafraum stattfand, konnte Reinke nicht mehr halten - 1-0 für Inter durch Adriano.

Mit 10 aufopferungsvoll kämpfenden Bremern ging es in Halbzeit 2 - kurz vor Anpfiff selbiger präsentierte das Ultra' Team Bremen noch eine Blockfahne mit dem Spruchband 'Niemand zügelt unsere Triebe'. Das Logo der Gruppierung, ein in Flammen stehendes Herz mit dem Bremer Schluessel in der Mitte, wurde durch einen unter der Fahne liegenden Bengalo 'erleuchtet. Zurueck zum Spielgeschehen: Werder hatte tatsächlich ein paar mal die Chance, das Spiel auszugleichen. Wie es aber nunmal in Spielen gegen italienische Mannschaften so oft ist, hielt das Catenaccio den Angriffen der Bremer stand, und kurz vor Ende des Spiels nahm abermals Adriano den Ball im Sechzehnmeterraum mit dem Arm an und verwandelte danach trocken zum 2-0. Das Spiel war gelaufen, die Stimmung aber immer noch exzellent, denn wann, so darf man fragen, wird man das nächste Mal in San Siro spielen?

Noch ein Wort zur Stimmung auf Seite der Interisti: Enttäuschend wäre nicht das richtige Wort, denke ich. Die Fans von Italiens Topteams sehen die Champions League in regelmässigen Abständen, Jahr für Jahr. Dass dann nicht bei jedem Spiel das Stadion ausverkauft ist, ist nur zu verständlich, auch, dass Werder Bremen - bei allem Respekt und Zuneigung zu dem Verein - nicht der zugkräftigste Gegner ist, den man sich vorstellen kann, sollte auch auf der Hand liegen. Auffällig allerdings, wie leicht sich manch ein Einheimischer im Oberrang von ein paar Rufen oder Gesten provozieren liess - vielleicht ist dies aber in Deutschland auch nicht so wirklich anders. Beeindruckend wurde es, als kurz vor Schluss wirklich fast das komplette Stadion, egal ob Ober- oder Unterrang, Curva oder Tribuna, ein Lied anstimmte und daraufhin hüpfte. Dass auch die grossen Vereine in Italien ein riesiges Potential besitzen, lässt sich jedenfalls nicht wegdiskutieren.

Nach dem Spiel ging es in Polizeibegleitung bis zur Grenze bei Como - angeblich sei dies in Italien so üblich. Nach einer diesmal etwas kürzeren Bustour stieg der Essener Tross in Dortmund am Hbf aus - vielen Dank an dieser Stelle nochmal an den Busfahrer - und bewegte sich Richtung Heimat. Vorgemerkt ist der nächste Besuch im San Siro jedenfalls schon: 2011. AC Mailand-Rot Weiß Essen. (dk)



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