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11.09.2004: Deutschland, 1. Liga: Borussia M'Gladbach - Werder Bremen 3:1

Bereits das zweite Heimspiel der Borussia aus Mönchengladbach bescherte den "Fohlen" vom Niederrhein den deutschen Doublesieger aus Bremen. Da Werder-Spiele in den letzten Jahren stets eine gern gesehene Abwechslung von der Tristesse des Regionalligaalltags bei RWE darstellten, wurden die nähergelenen Spiele der befreundeten Bremer eigentlich immer von einer gewissen Zahl von Essenern besucht. Da mit dem Nordpark auch gleich noch ein neues Stadion inspiziert werden konnte, lockte das Spiel einige Anhänger aus der schönsten Stadt an.

Die Gladbacher, die ihre besten Zeiten definitiv in den 70er Jahren erlebten, dümpeln seit mehreren Jahren im Abstiegskampf herum. Der 5-malige deutsche Meister stieg in der Katastrophensaison 98/99 gar in die zweite Bundesliga ab und konnte erst im zweiten Jahr wieder in die Bundesliga zurückkehren. Mit einer gewissen Freude beobachtete der geneigte RWE-Fan auch die Leistung in der letzten Saison, da der Trainer Holger Fach, seines Zeichens ehemaliger "Interims-Coach" mit merkwuerdiger Vertragsklausel in Essen, lange Zeit mit seiner Truppe gegen den Abstieg spielte. Letzten Endes bewahrte man jedoch die Klasse und somit kam man um die Peinlichkeit herum, in der ersten Nordpark-Saison Vereine wie Oberhausen, Unterhaching oder Burghausen zu empfangen.
Für die Saison 04/05 hat man den Kader noch einmal namhafte Spieler erweitert und untermauert damit die Ambitionen, auf lange Sicht wieder in die Beletage des deutschen Fussballs aufzusteigen. Auf diesem Weg sollen der Flankengott Christian Ziege, Wuselstürmer Oliver Neuville und ausserdem auch Marek Heinz, tschechischer Nationalspieler und von der EM noch bestens bekannt, behilflich sein.

In Bremen ist die Ausgangslage hingegen eine ganz andere: Hinter dem Verein liegt wohl die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte. Nach dem Abgang von Otto Rehhagel hatte der Verein jahrelang nicht nur nach einem fähigen neuen Trainer, sondern irgendwie auch nach seiner Identität gesucht. Unter Thomas Schaaf, einem Ex-Profi, gelang über ein paar Jahre hinweg ein kometenhafter Aufstieg an dessen Ende die Saison 03/04 stehen wird, die nicht nur in Bremen unvergessen bleiben wird. Mit berauschendem Offensivfussball entzauberte man praktisch die gesamte Liga, spielte sich bisweilen in einen Rausch und zeigte Fussball, den man in der Bundesliga gar nicht mehr für möglich gehalten hatte.
Mit der neuen Saison steht ein Umbruch im Verein an: Leistungsträger wie Ailton oder Krstajic wechselten nach Gelsenkirchen, neue Spieler wie Klose, Nery oder Fahrenhorst müssen erst noch integriert werden und auch das "Bayern-Phänomen" wird die Bremer nun beschäftigen: Egal, wer gegen sie antritt - jede Mannschaft wird alles geben, um gegen den Doublesieger zu gewinnen.

Der Bökelberg war lange Zeit ein Synonym für Mönchengladbachs Fussball: Ein altehrwürdiges Stadion, das so einiges in seiner langen Geschichte erlebt hatte - Meisterschaften, Pokale, sogar einen Abstieg aus der Bundesliga. Doch die Zeichen der Zeit standen auch in Gladbach auf Erneuerung bzw. Neuanfang und somit musste "der Berg" dem Nordpark weichen, einer der vielen Arenen in Deutschlands schöner, neuer Fussballwelt. Um das Stadion herum sind grosszügig konzipierte Parkplatzanlagen, von denen sich die Abreise jedoch im Anschluss an die Partie als schwierig gestaltete. Das Stadion selbst bietet von aussen einen schönen Anblick, beim Eintreten in den Gästeblock macht sich jedoch eine gewisse Resignation breit. Würde man alle Erkennungsmerkmale wie Logos, Werbung und ähnliches abmontieren, fiele es schwer, das Stadion von der Arena zu Gelsenkirchen zu unterscheiden. Statt einem Videowürfel in der Mitte gibt es 2 grosse Anzeigetafeln in den Ecken und um den Gästeblock herum ist ein Zaun, kein Plexiglas. Ansonsten ist vieles sehr ähnlich - Platz wird 54.000 Zuschauern geboten, die Sicht dürfte vor allem auf den beiden Sitztribünen exzellent sein.

Als das Spiel beginnt, legt Gladbach direkt mit einem Sturmlauf los - bereits nach 10 Minuten köpft Marek Heinz nach einem Eckball das 1-0 und vielen Gästefans wird wieder einmal klar, dass es sehr schwierig sein dürfte, an die Leistungen der vergangenen Saison anzuknüpfen. Bremen wirkt, wie schon in am Spieltag zuvor bei der Heimniederlage gegen Wolfsburg, irgendwie apathisch und verschlafen.
An dieser Stelle käme nun eigentlich der Zeitpunkt, sich über den Support der beiden beteiligten Fanszenen auszulassen. Sich dazu aber in irgendeiner nennenswerten Form zu äussern, wenn man direkt im Gästeblock steht, ist schon ein schwieriges Unterfangen. Der Bremer Support ist vor allem am Anfang recht ordentlich, flaut aber sehr schnell ab, obwohl sich der Vorsänger grosse Mühe gibt, die Leute zu animieren. Überhaupt bekommt man den Eindruck dass bei Werder ein nicht unerheblicher Teil an Auswärtsfahrern überhaupt nicht daran interessiert ist, die Mannschaft, sei es im Rückstand liegend oder 0-2 führend, in irgendeiner Form zu unterstützen. Diese Fans kann man dann natürlich auch mit durchaus einleuchtenden Aussagen nicht überzeugen, sich zu beteiligen, schade. Von Gladbacher Seite kommt natürlich dennoch nicht viel an. Was man hören kann, sind die "VfL"-Wechselgesänge, die ja Legenden zu Folge in Deutschland ihren Einstand auch auf dem Bökelberg gefeiert haben sollen, diese allerdings in einer wirklich sehr annehmbaren Lautstärke. Ansonsten bietet die ehemalige "Kuttenhochburg" Gladbach das übliche Bild für eine zum Grossteil von Ultragruppierungen dominierten deutschen Fan-Szene: Hinter dem Tor steht ein kleiner Block, der auch bewegungstechnisch auf sich aufmerksam macht und die grosse Masse an Fans dennoch nur dann erreicht, wenn die Mannschaft gerade eine Drangphase hat oder ein Tor erzielt wurde. Dementsprechend wird es im Laufe des Spiels etwa 5mal so richtig laut, und es sind diese Momente in den man erahnen kann, welches Stimmungspotenzial in den bundesdeutschen Arenen steckt.

Während das Spiel am heutigen Tage wirklich niemanden vom Hocker reissen kann, vor allem dann nicht, wenn die Sympathien so eindeutig verteilt sind, macht man sich so seine Gedanken über Fussballdeutschland. Warum etwa, so frage ich mich, müssen Gästeblöcke in den Neu-Stadien so erbärmlich aussehen? Warum wird man in einen nach unten spitz zulaufenden Block gestellt, rund um einen herum Metallzäune, oder noch besser - Plexiglas? Ist das alles so unbedingt nötig? Manchmal wird man schon etwas skeptisch. Wieso verkauft man, übrigens auch in Gelsenkirchen und anderswo, normalen Heimfans Plätze direkt neben dem Gästeblock? Ist das eine Maßnahme zur Anti-Stresstherapie für gebeutelte Manager? Wie Gästefans auf Jubel der anderen reagieren, wenn sie direkt neben einem stehen, kann man sich zumindest denken. In all diese Überlegungen herein schiesst Ivan Klasnic etwa um die 40. Minute herum knapp am Tor vorbei - es kommt nochmal etwas wie Stimmung auf. Kurz nach dem Anpfiff schiesst Nationalspieler Neuville jedoch das 2-0 nach einer Ecke und man hat nicht mehr den Eindruck, dass Werder noch einmal herankommen kann.

Es kommt anders: Nelson Haedo Valdez, dank seines ständigen Einsatzes, seiner langen Vereinszugehörigkeit und seinem sympathischen Auftreten ein Bremer Publikumsliebling, wird eingewechselt und schiesst ein sehenswertes Tor zum 2 zu 1. Hoffnung keimt auf, für einen kurzen Moment glaubt man wirklich, dass Bremen noch den Ausgleich schiesst. Aber es ist wie bei dem Spiel gegen Wolfsburg, irgendwie fehlt der letzte Biss, der letzte Wille, mit dem man letzte Saison so manches Spiel für sich entscheiden konnte. Die Mannschaft muss schnellstens aufwachen, sonst hat sie in der Mitte der Saison ein riesiges Problem, soviel ist klar. Das 3-1 in der Nachspielzeit ist kaum noch der Erwähnung wert, amüsant auch zu sehen, wie das Stadion feiert, als hätte man soeben den Meistertitel gewonnen oder den Abstieg verhindert. Auch nach diesem Spiel ist Gladbach für mich ein Abstiegskandidat, der Weg von Werder geht kurzfristig über Mailand - mit mir - und langfristig wohl nur über ein Umdenken bei einigen Spielern. (dk)



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