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10.09.2004: Deutschland, 2. Liga: Eintracht Frankfurt - Dynamo Dresden 2:1

Frankfurt gegen Dresden - ein Zweitligaspiel, das nicht nur bei den Fans der beiden Vereine im Vorfeld für einiges Aufsehen gesorgt hatte, sollte an diesem Freitag den Auftakt einer längeren Fussballtour bilden. Um 15 Uhr ging es aus Essen mit 4 Mann und einem Mietwagen los zum - Achtung, überstrapazierter Begriff - "Ost-West" Duell.

Eintracht Frankfurt ist ganz ohne Zweifel einer der interessantesten Fussballclubs Deutschlands, und dies nicht erst seit vorgestern. Im Jahre 1959 wurde die Mannschaft aus der Bankenmetropole Deutscher Fussballmeister, das bisher erste und einzige Mal in der wechselreichen Historie. Als 1963 die Bundesliga in ihre erste Saison startete, war die Eintracht ebenfalls von Anfang an dabei, und es sah lange so aus, als würde man sich neben den anderen 3 "Bundesliga-Dinos" aus Hamburg, Köln und Kaiserslautern auf immer und ewig in der Bundesliga halten können. Der Ausgang dieser Geschichte ist bekannt, nur noch der HSV kann sich bisher als ewiger Erstligist titulieren, während auch die Frankfurter das Drama eines Bundesliga-Abstiegs erleben mussten, und das gleich zweimal. Über all die Jahre hat sich der Verein aus der DFB-Stadt jedoch stets als Zuschauermagnet erwiesen, dessen treue Anhänger sich vor allem aus der gesamten hessischen Region "rekrutieren". Nach dem zweiten Abstieg in der letzten Saison muss sich die Mannschaft, zum Aufstieg verdammt, in der zweiten Liga erst noch akklimatisieren, am dritten Spieltag verlor man gegen den Mitabsteiger aus Köln mit 2 zu 0.

Ganz anders liest sich die Geschichte von Dynamo Dresden. In der ehemaligen DDR konnte das Team aus Elbflorenz, wie die alte Stadt liebevoll genannt wird, 8-mal den Meistertitel und 7-mal den Pokalsieg einfahren. Nach der Wiedervereinigung spielte man von 1991 bis 1995 noch in der Bundesliga, steigt man im selbigen Jahr "dank" etlicher finanzieller Probleme und einer katastrophalen Arbeit des Vorstandes direkt in die dritte Liga ab. Lange Zeit sieht es so aus, als würde der Stern dieses ehemals grossen Vereines nie wieder leuchten, der Verein verkommt, wie so viele traditionsreiche Clubs aus dem Osten auch, in den Weiten der Oberligen. Als man 01/02 in die Regionalliga Nord aufstieg, regte sich wieder erste Hoffnung in Dresden. Im zweiten Regionalligajahr schaffte Dynamo tatsächlich den Aufstieg in die zweite Bundesliga und spielt nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in dieser Liga.

Austragungsort ist das altehrwürdige Waldstadion in Frankfurt, das sicherlich schon bessere Zeiten gesehen hat. Da man sich zur Zeit im Umbau befindet - das Stadion ist Spielstätte der WM '06 - ist vieles noch nicht fertiggestellt, aber man kann bereits jetzt erahnen, dass hier etwas grossartiges entsteht: Nicht nur, dass die Laufbahn endlich verschwunden ist, auch die Architektur weiss zu gefallen. Man hat, ganz im Gegensatz zu den neumodischen Arenen zu Gladbach oder Gelsenkirchen immer noch den Eindruck, man sei in einem Fussballstadion gelandet. Das Dach und eine seitliche Tribüne sind noch nicht fertiggestellt, auch um das Stadion herum ist längst noch nicht alles zu Ende gebaut. In der Saison 05/06 sollen die Zuschauern jedoch von Spieltag 1 an in den Genuss eines kompletten Stadions kommen, obwohl auch jetzt schon die positiven Eindrücke überwiegen. Von unserem heutigen Platz im Oberrang über der Eintracht-Stehkurve aus ist die Sicht exzellent und die Akustik ebenfalls bereits bombastisch. Lediglich die Parkplatzsituation ist stark verbesserungswürdig und ärgerlicherweise erreichen wir unsere Plätze erst nach etwa 8 gespielten Minuten, was uns den Anblick von Doppelhaltern in der Frankfurter Kurve und einem kleinen bisschen schwarzen Rauch bei Dynamo vorenthält.

Das Spiel war also bereits in vollem Gange, als wir Platz nahmen - und gleiches galt für beide Fankurven. Viel war über das Spiel der beiden Vereine geredet worden - man liegt sicherlich nicht ganz falsch, wenn man behauptet, dass die beste Fanszene des Westens auf die beste Fanszene des Ostens der Republik trafen. Während das Spiel nach furiosem Auftakt der Frankfurter in den Minuten 10 bis 25 eher vor sich hin verlief, ohne besonders aufzufallen, legten sich die Anhänger ins Zeug, um nicht nur ihre Mannschaft nach bestem Willen zu unterstützen, sondern wohl auch um den "anderen" zu zeigen, was man zu leisten im Stande war. Beeindruckend dabei zu sehen, wie sehr in Frankfurt die Kurve von den Ultraorientierten Fans dominiert wird: Auf kurze Kommandos des Frankfurter Vorsängers erhob nicht nur die gesamte Stehkurve fast synchron die Arme, auch die Sitztribünen kamen innerhalb kürzester Zeit der Aufforderung nach, aufzustehen und einen Wechselgesang von umwerfender Lautstärke zu produzieren. Da die Dresdner in der gegenüberliegenden Seite bereits von dem fertiggestellten Dach profitieren konnten, kamen auch ihre Gesänge in einer sehr annehmbaren Lautstärke und Deutlichkeit rüber. Wenn man vom Geschehen auf den Rängen so in den Bann gezogen wird, kann das Spiel schonmal zur Nebensache werden, vor allem dann, wenn man emotional nur wenig beteiligt ist.

Nichtsdestotrotz fiel in der 29. Minute dann doch ein Tor, was der bereits superben Stimmung vor allem bei den Frankfurtern keinen Abbruch tat, da ein Spieler ihres Teams erfolgreich war: Torben Hoffmann verlängerte einen Distanzschuss von Meier und somit stand es 1 zu 0 für den Gastgeber. Dresden wirkte gefasst und versuchte bis zur Halbzeit alles, um den Ausgleich zu erzielen, was durchaus nicht unverdient gewesen wäre. Mit dem Ertönen des Pausenpfiffs konnte man sich erst einmal für 15 Minuten vom Spielfeld abwenden ohne befürchten zu müssen, irgendetwas zu verpassen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte die Eintracht sehr viel Druck und man merkte der Mannschaft an, dass sie mit dem bisherigen Ergebnis nicht unbedingt zufrieden war. In Minute 50 kam man dann auch zum ersehnten zweiten Treffer durch Reinhard, der nach einem schönen Anspiel durch Lexa etwa von der Strafraumgrenze abzog und den Ball im linken Eck der Dresdner versenkte. Ausgelassene Freude auf den hessischer Seite, man verhöhnte den Gegner aus dem Osten in dem man den Fans mitteilte, dass man in Lohn und Brot stehe, während die Dresdner arbeitslos wären.

Dass Dresdens Anhänger ihre Mannschaft nicht im Stich lassen und auch in schlechten Lagen immer noch einen glänzenden Support zu bieten haben, konnte man wieder einmal feststellen. Mit einer umwerfenden Lautstärke schallte auch nach dem 2 zu Null noch der "Dynamo"-Wechselgesang durch das Waldstadion, und im Gästesektor bewegte sich einiges - es sah nach Ärger aus. Bierbecher flogen und die bekannten "Hooligans Elbflorenz" und "Official SGD Hools" Zaunfahnen wurden gezeigt. Gleichzeitig gab auch die Mannschaft noch einmal alles, um zum Anschlusstreffer zu gelangen. Lange Zeit wollte das nicht gelingen, doch als Beuchel mit einem sehenswerten Volleyschuss in der 82. Minute doch noch verkürzen konnte, sah alles nach einer spannenden Schlussphase mit rassigem Fussball aus. Genau so sollte es kommen: Die Frankfurter hätten sich auch über ein 2-2 nicht beschweren können, da die Abwehr trotz erfahrener Spieler wie Wiedener oder Keller nicht immer den sichersten Eindruck machte. Ein nicht gegebener Elfmeter für Dresden erhitzte die Gemüter noch einmal zusehends, doch letztlich blieb es beim Sieg für die Eintracht. Nach dem Spiel wurden offenbar grössere Zusammenstösse der Fangruppen vermieden, da die Polizei die Abreise doch recht scharf trennte.

Ein Ausflug nach Frankfurt lohnt sich aus vielerlei Hinsicht: Eine faszinierende Heimstimmung, ein sehr schönes Stadion mit einem annehmbar grossen Gästeblock (was in Zeiten der neuen Stadien schon bemerkenswert ist) und wahrscheinlich auch weiterhin guter Zweitligafussball. Einzig die Parkplatzsituation muss sich, auch in Hinblick auf die WM 2006, noch stark verbessern. (dk)



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