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30.04.2005: Österreich, Bundesliga: Wacker Innsbruck - Rapid Wien

Wer an oesterreichischen Fussball denkt, dem fallen wahrscheinlich neben den beiden Clubs aus der Hauptstadt - Rapid und Austria - nicht mehr viele ein. Wer sich schon etwas mehr mit der Materie beschaeftigt, koennte eventuell noch auf Namen wie Sturm Graz oder Austria Salzburg kommen - aber wie sieht es mit Wacker Innsbruck aus? Dabei ist Wacker Innsbruck nicht einmal mehr richtig. Der Verein heisst mittlerweile aus sponsortechnischen Gruenden Wacker Tirol, da sich die Region Tirol angeblich besser verkaufen liesse als die Stadt Innsbruck alleine. Das wiederum brachte die aktive Fanszene in Innsbruck auf die Palme und loeste einen ziemlich langen Streit aus, dessen Ergebnis ein Verzicht auf jede optische oder akustische Unterstuetzung der Mannschaft durch die fuehrende Gruppe der Kurve, die "Verrueckten Koepfe '91", war.

Dieser Streit ist allerdings erstmal beigelegt und so konnte sich der geneigte Hopper neben den besten Fans von Oesterreich auch die Qualitaeten der Innsbrucker Kurve betrachten.

Seit September 2000 spielt der FC Wacker Innsbruck - so soll er alleine aus Sympathie zu den Fans im Folgenden genannt werden - im neuen Tivoli, einer entfernt an die Bayarena zu Leverkusen erinnernden Spielstaette mit einem Fassungsvermoegen von 17,400 Sitzplaetzen. Ein ganz guter Kompromiss zwischen dem neuen Arena-Kult und einem Fussballstadion ist da geglueckt, und dass sich direkt hinter der Heimkurve die Alpen erstrecken, hat durchaus seinen optischen Reiz. Gegen Rapid erscheinen 8,400 Zuschauer und allgemein laesst sich festhalten, dass die Kapazitaet wohl voellig ausreichend sein duerfte.

Neben den Heimfans haben sich knapp 1,000 Wiener auf den Weg ins etwa 400km entfernte Innsbruck gemacht und bekommen - das sieht man anhand der aufgehaengten Zaunfahnen - Unterstuetzung aus Venedig und Nuernberg. Auf Innsbrucker Seite haengt ein Banner des Nucleo Autonomo Bergamo. Die ebenfalls mit Innsbruck befreundeten Frankfurter spielen zeitgleich in Erfurt (und gewinnen 0-3), sind also nicht anwesend.

Kurvenshows sind in Oesterreich oft imposanter als in Deutschland, obwohl wesentlich weniger Fans die Spiele besuchen. So auch heute: Die Innsbrucker ziehen seitlich vor ihrer Kurve 2 recht grosse quadratische Stoffteile hoch, auf denen einerseits das (alte!) Logo des Vereins und das Stadtwappen von Innsbruck zu sehen sind, auf der anderen Seite das Logo der oben erwaehnten Gruppe VK91. In der Mitte erleuchten beim Einlaufen der Mannschaften einige Bengalos die Kurve - natuerlich greift kein Ordnungsdienst und keine Polizei in diesen Vorgang ein - warum auch? Wieder einmal wird absolut unverstaendlich, warum in Deutschland auf Pyrotechnik so aggressiv reagiert wird. Rapid zeigt einige Riesen-Doppelhalter in blau-rot-weisser Farbe, die schoen im Block verteilt werden, dazu ein paar Bengalos. Schoene Bilder auf beiden Seiten, die Lust auf mehr machen.

Das Spiel selbst ist von der ersten Minute an von Kampf gepraegt, mit leichten Vorteilen fuer Innsbruck. Auffaellig im Vergleich zur Bundesliga, dass es bei Fouls nicht zu Rudelbildungen kommt, dass bei nicht gepfiffenen Aktionen keine Reklamationen auftauchen, und dass das Spiel sehr viel schneller ablaeuft. Dazu flotte Gesaenge von beiden Seiten des Stadions - so macht Fussball Spass. Kurz vor der Pause bringt ein abgefaelschter Schuss die Heimmannschaft mit 1-0 in Fuehrung, was gleichzeitig auch den Halbzeitstand darstellt.

In Halbzeit zwei macht Rapid doppet Druck: Einerseits auf dem Rasen, andererseits mit einem Weltklasse-Support von den Raengen. Laute abwechslungsreiche Lieder mit laengeren Texten und fuer Deutschland untypischen Melodien, dazu gute Trommeleinsaetze - herrlich und immer wieder eine Freude, diese Fanszene beobachten zu koennen. Innsbruck haelt natuerlich dagegen, aber irgendwie scheint es eine Analogie zwischen dem Spiel und den Raengen zu geben: Irgendwann reicht es einfach nicht mehr, Rapid gleicht erst aus und schiesst dann auch noch das 1-2. Innsbruck auf dem Rasen im Folgenden zu ideenlos, waehrend man auf den Raengen wenigstens noch ein passendes Solidaritaetstransparent fuer einige Ternana-Ultras zu sehen bekommt. Wieder ist es uebrigens Axel Lawaree, der das entscheidende Tor des Spiels macht - diesmal per Kopf -, genau wie beim letzten Hoppingausflug zu Rapid. Innsbruck nutzt die Chancen der letzten 5 Minuten nicht und muss deshalb mit der Heimniederlage leben - die letzte Cleverness habe gefehlt, wuerde ein deutscher Trainer wohl den fragenden Premiere-Journalisten antworten, um die Abschlussschwaeche zu erklaeren.

Mit diesem Sieg setzt sich Rapid nun wieder an die Spitze und es sieht so aus, als koennte der Traditionsclub aus Huetteldorf mal wieder eine Meisterschaft einfahren - zu wuenschen waere es, wenn man die Konkurrenten betrachtet: Eine Austria aus Wien, die nur wegen ihres millionenschweren Praesidenten Stronach weit oben mitspielt und die "Plastikclubs" Pasching und GAK.

(dk)



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