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24.06.2008 - Rolf Hempelmann tritt als Präsident zurück


Der Präsident geht von Bord

Am 29.06.2008 geht eine Ära zu Ende. Nach über zehn Jahren wird Rolf Hempelmann, ehemaliger Lehrer und Mitglied des deutschen Bundestages, sein Amt übergeben. Es gibt bestimmt einfachere Aufgaben als die des Präsidenten von Rot-Weiss Essen. Neben viel Lob, das Rolf Hempelmann für seine Arbeit an der Hafenstraße bekam, musste er gerade in der letzten Zeit viel Kritik einstecken. Daher muss man sich auch die Zeit nehmen, die gesamte Präsidentschaft von Rolf Hempelmann Revue passieren zu lassen.


„Der Asche ganz Nahe…“

Als Rolf Hempelmann das Amt des Präsidenten im April 1998 übernahm, war RWE in den Niederrungen des deutschen Fußballs verschwunden. Aber nicht nur die sportliche Situation ließ den Druck auf den Traditionsverein größer werden, vor allem die desolate finanzielle Schieflage stellte Rolf Hempelmann am Anfang seiner Präsidentschaft vor große Herausforderungen. Neben den langfristigen Schulden wurden 900.000 Mark an Gehaltsforderungen und Abgaben an die Berufsgenossenschaft gefordert, die er umgehend mit einem eingerichteten Sonderkonto begleichen ließ. Auch für die langfristigen Forderungen sollte gesorgt werden. Doch Rolf Hempelmann gab dem Verein mehr als nur neue Finanzierungskonzepte: Anders als manche Präsidenten zuvor brachte seine Person Renommee und vor allem Seriosität zurück an die Hafenstraße. Die spätere Verbindung zur Kinowelt AG ließ ihn endgültig zum Retter des Vereins werden, auch wenn dieser vermeintliche „Gewinn“ sich als Fehler herausstellen sollte. Doch ohne das Geld von Michael Kölmel wäre es schon früher um den Verein geschehen. Rolf Hempelmann war schon in seiner frühen Amtszeit bemüht, alles Mögliche zu tun, um die Herzensangelegenheit RWE zu unterstützen. Doch ruhigen Zeiten steuerte er durch seine Entscheidung nicht entgegen.


Die größte Stunde der Präsidentschaft

Kein RWE-Fan wird diesen Tag vergessen, an dem es beinahe kein Fußball mehr an der Hafenstraße gegeben hätte. Der gefeierte Partner Kinowelt konnte die Zahlungen nicht mehr erfüllen, Rot-Weiss Essen stand kurz vor dem Aus. Doch der Präsident, der genauso wie alle anderen an die Kinowelt geglaubt hatte, verließ das sinkende Schiff nicht. Mit vereinten Kräften versuchte er, dass Schicksal noch abzuwenden. In diesen 72 Stunden von der Mitteilung der Kinowelt bis zur endgültigen Rettung war er nur für RWE da und sorgte sich um potentielle Geldgeber. Und hier konnte er seine Kontakte ausnutzen: Tatsächlich hatte er durch Gespräche mit Sponsoren kurz vor Ablauf der Frist die Bürgschaft zusammen bekommen. Rolf Hempelmann hatte einen großen Verdienst daran, dass an der Hafenstraße nicht die Lichter ausgingen.


Höhen und Tiefen eines Präsidentenamts

Mit den sportlichen Höhepunkten hatte auch Rolf Hempelmann seine erfolgreichste und wahrscheinlich ruhigste Zeit an der Hafenstraße. Nach zwei verpassten Aufstiegen und dem Erfolg von 2004 äußerte Hempelmann seine Vorstellungen, die jedem Fan das Herz höher schlagen ließ. Er träumte davon, Rot-Weiss Essen in einem neuen Stadion Bundesligafußball spielen zu sehen. Doch seine seriöse Arbeit und seine visionären Vorstellungen konnte er nicht auf die sportliche Arbeit im Verein übertragen. Hier offenbarten sich erste Schwächen in seiner Amtszeit: Viel Geld wurde für wenig Qualität ausgegeben, ein unbekannter Sicherheitsbeauftragter sorgte für Ärger über den Verein hinaus und auch in den sportlichen Stellen krachte es oft ordentlich. Viele wünschten sich hier, dass Rolf Hempelmann mehr Entschlossenheit zeigen würde und für Ruhe im internen Bereich sorgen könnte. Doch seine Arbeit im fernen Berlin ließ eine Präsenz oft nicht zu, zudem war seine wirtschaftliche nicht mit seiner sportlichen Kompetenz gleichzusetzen.


„Rot-Weiss Essen wird sein neues Stadion bekommen!“

Das neue Stadion war das wohl wichtigste Projekt von Herrn Hempelmann – und an diesem ist er auch gescheitert. Seine Vision dieses Projekts ragte dabei weit hinaus über eine schnell gebaute neue Arena. Hempelmann wusste, was RWE ausmacht: Mit 14.000 Stehplätze wollte er den Mythos Hafenstraße und die legendäre Atmosphäre erhalten. Es sollte ein Stadion für Rot-Weiss Essen und nicht einfach für die Stadt werden. Er wusste, dass ein solches Projekt den Verein konkurrenzfähig macht und zugleich Identifikation stiften würde. Doch mit der Zeit wurde deutlich, dass dieses Projekt nicht mehr umsetzbar war. Neben dem sportlichen Niedergang rankten sich die Gerüchte, wer jetzt nun die Sponsoren des Stadions sein würden und wer wie viel für dieses Projekt aufbringen würde. Am Ende war es zu einem Politikum geworden, in dem der Verlierer Rolf Hempelmann zu sein schien. Als er auf der letzt jährigen Jahreshauptversammlung die Flucht nach vorn antrat und den Bau dieses Stadions versprach, musste er als Politiker wissen, dass er sich an diesen Worten messen lassen musste. Sein Rücktritt war nach dem Scheitern seines Projekts also keine wirkliche Überraschung.


„Am Ende einer Schlacht werden die Leichen gezählt!“

Würde man nach diesem Motto die Amtszeit von Rolf Hempelmann bewerten, würde man fälschlicherweise zu einem negativen Ergebnis kommen. Verkürzt könnte man sagen, er hat in der vierten Liga begonnen und übergibt den Verein auch dort wieder. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, mittlerweile hat sich eine neue Generation von Fans herausgebildet, die Ansprüche sind höher geworden und Vereine wie Hoffenheim und Wehen-Wiesbaden haben RWE längst überholt. Doch ohne die Arbeit von Rolf Hempelmann hätte es diesen Verein schon lange nicht mehr gegeben. Es gelang ihm zwar nie, die alten überkommenden Strukturen um oder in dem Verein ganz aufzureißen, aber er hat versucht, in Kooperation mit anderen, den Verein am Leben zu erhalten und ihm eine Zukunftsperspektive zu geben. Seine Nachfolger müssen jetzt bemüht sein, seine Visionen in die Tat umzusetzen. Dafür fehlte es Rolf Hempelmann leider am Ende an Zeit, Glück, Unterstützung und sportliche Kompetenz.


Wir danken Ihnen, Herr Hempelmann…

...für 10 Jahre Amtszeit, in denen Sie mit ganzen Herzen trotz enormer Widrigkeiten für unseren Verein unermüdlich gearbeitet und gelebt haben

…für Ihren seriösen Führungsstil, mit dem Sie dem Verein in der gesamten Bundesrepublik wieder zu Ansehen verholfen haben

…für Ihre Menschlichkeit, die jedem Fan das Gefühl gab, auch in Ihren Vorstellungen der Zukunft des Vereins eine Rolle zu spielen

…für Ihre Freundlichkeit, denn für ein einfaches „Hallo“ oder ein Gespräch hatten Sie immer ein offenes Ohr

… für Ihre ruhige Hand, die dafür gesorgt hat, dass der Verein in schwierigen Zeiten nie die Bodenhaftung verloren hat

Wir wünschen uns, dass Sie diesem Verein die Treue halten und sowohl privat als auch beruflich Ihre Ziele erreichen können!



Die Jawattdenn-Redaktion