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15.09.2004 - Ostalgie

Nun ist es also raus: "Es werden vermehrt DDR-Symbole gezeigt, um die Fans aus dem Westen zu provozieren. Zudem spielt die teilweise provokant von den ostdeutschen Fans vorgetragene DDR-Nostalgie eine nicht unerhebliche Rolle beim gegenwärtigen Ost-/Westkonflikt, was die Verteilung staatlicher Ressourcen angeht". So sagt das Dieter Uhlenbroich, seines Zeichens Sicherheitsbeauftragter von Rot-Weiss Essen und ehemaliger Polizeibeamter.

Und deswegen gilt in Zukunft für alle Fans von Ostvereinen: Hammer und Zirkel müssen draußen bleiben.

Lustigerweise fühlen sich viele Fans von DDR-T-Shirts und -Fahnen auch im Westen weit weniger provoziert als von Aufnähern, denen neben den üblichen Farben Rot und Weiss noch das Schwarze hinzugemengt wurde. Die Herren, die diese Farbkombination tragen und gelegentlich einen recht einseitigen Modegeschmack zur Schau stellen, findet man nach wie vor an ihrem angestammten Platz. Problemlos. Vielleicht, weil es nicht um die "Verteilung staatlicher Ressourcen" geht?

Es grenzt schon fast an ein Stück aus dem Tollhaus, dass der Sicherheitsbeauftragte, der - vorsichtig formuliert - nicht unbedingt in dem Ruf steht, ein besonders schmusiges Verhältnis zu den eigenen Fans zu haben, so genau wissen will, was in den Köpfen potenzieller Gästefans aus den östlichen Bundesländern vorgeht. "Die wollen nur provozieren", liest man aus der, auf der offiziellen Homepage des FC Energie Cottbus verbreiteten, Mitteilung. Gut, dass uns Herr Uhlenbroich vor diesen Provokationen bewahrt hat.

Sicherlich werden sich am Sonntag, wenn es zum Aufeinandertrefen zwischen den Roten und dem FC Energie kommen wird, alle Cottbuser Fans an die Weisung aus Essen halten. Aus Angst, sie könnten provozieren. Oder auch nicht. Denn allein die Aufforderung, bestimmte Dinge nicht anzuziehen, könnte schon als Provokation seitens der Essener gedeutet werden.

Und wenn man Uhlenbroichs Statement von der Verteilung der Ressourcen weiterdenkt: Weshalb lässt man es dann überhaupt zu, dass ostdeutsche Fans möglicherweise im eigenen alten Trabant oder Wartburg anreisen anstatt mit einem funkelnagelneuen Golf oder Benz, und damit dem DDR-Gedankengut und der "Ostalgie" weiteren Vorschub leisten? Kann man diese Leute nicht direkt auf der A 44 bei Kassel wieder nach Hause schicken?

Dummes Zeug, natürlich. Aber der sarkastisch umformulierte Gedanke zeigt, wie leicht man sich beim Besetzen politischer Themen verheben kann. So wie Rot-Weiss Essen in dieser Situation. Der Verein hat sich mit der Anordnung selbst einen Bärendienst erwiesen. Ohne Not hat man ein Fass aufgemacht. Die Gefahr ist groß, in den auslaufenden medialen Wassern selbst zu ersaufen. Die Schlagzeile aus dem RTL-Videotext "Essen duldet keine Ossis" ist ein erster Vorbote der Flut. (thm)

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