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18.04.2005 - Ich sach ma ... Pro Spiele nach Spielplan

Die Abhängigkeit des Fußballs vom Fernsehen wurde gerade in den letzten Jahren, während der Kirch-Krise und auch danach, mehr als deutlich. So fehlten plötzlich eingeplante Einnahmen und die Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten.

Abrupt wurden die steigenden Gehaltszahlungen gestoppt, die Vereine investierten weniger Millionen in Neuzugänge und bedienen sich nunmehr der Möglichkeiten des Bosman-Urteils und außerdem ist die Frage noch nicht geklärt, ob die Einnahmeverluste nicht auch Auswirkungen auf das internationale Abschneiden deutscher Mannschaften haben wird (in diesem Jahr erreichte mit Bayern München nur eine Mannschaft ein Viertelfinale im Europapokal!).

Doch wie so oft im Leben „leiden“ primär gesehen erst einmal nur die großen Vertreter des Sports. Doch die wirklich Leittragenden sind diejenigen, die nur einen Bruchteil der ausgeschütteten Gelder bekommen. Doch soll das hier keine typische Abhandlung über die Ungerechtigkeiten in unserem Land und im Sport werden und schon gar nicht ein „Rumgeheule“, warum es so ist, wie es ist! Vielmehr soll hier eine weitere Konsequenz aus der Abhängigkeit des Fußballs vom Fernsehen aufgezeigt werden.

Seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga hat sich im Umfeld von Rot-Weiss Essen einiges verändert. Statt eines kleinen Zeltes, schmückt nun ein riesiges V.I.P.-Zelt die alte Westkurve, die Gästetribüne wurde geteilt, die Zuschauerzahl hat sich um 50% erhöht und statt der weißen Buchstaben „WDR“ auf blauem Hintergrund sieht man nun ein „DSF“ oder „Premiere“ am Spielfeldrand. Nicht das irgendein Fan aus Essen Britta Reckwald vermissen würde, doch neben der höheren Einnahmen im Bereich TV für unseren Club (in Relation zur Regionalliga) und der vielen tollen Kameraeinstellungen gibt es auch vieles, was sich nicht verbessert hat. So muss sich der Fußballfan daran gewöhnen, dass die Werbung einen wesentlichen Anteil an den Sportsendungen besitzt. Auch die Tatsache, dass Rot-Weiss Essen nur einer von vielen Vereinen in der Liga ist und keine große Hauptrolle mehr spielt wird sehr deutlich.


Zuhause ist an der Hafenstraße immer was los!
hier im Heimspiel gegen den RWO


Spielernamen werden vermehrt falsch ausgesprochen oder Spieler bekommen einen neuen Vornamen, Zusammenfassungen werden komisch gekürzt, so dass eine vermeintliche Notbremse nicht mehr erwähnenswert ist und das prämierte Montagsspiel beinhaltet nicht einmal in dieser Saison die Übertragung eines Spieles von RWE (wie die NRZ trefflich kommentierte: „Rote Karte vom DSF“). All das sind allerdings Dinge, bei dem der Fan am TV-Bildschirm geschockt wird und was den allgemeinen Fernsehzuschauer zum Schmunzeln bringt, bis hin zum Kopfschütteln, wenn das 18. Gewinnspiel eröffnet wird. Doch auch der Zuschauer im Stadion kann die Macht des Fernsehens deutlich spüren.

Zwar steht der Spielplan im Groben seit Anfang der Saison fest, doch die Verteilung auf die Spieltage, Freitag, Sonntag und Montag geschieht viel später. Die ersten sieben Partien der Saison wurden detailliert geplant, doch ab dem 8. Spieltag wird der Fan enttäuscht. Dieser kann nicht langfristig planen, da ab diesem Spieltag nicht entschieden ist, wann kalendermäßig angestoßen wird. So vermisst man bei einigen Spielen im Vorverkauf, die richtige Terminierung. Da es keine 2. Bundesliga Nord und Süd mehr gibt, bleiben auch die „weiten“ Auswärtsfahrten nicht aus. Ein Spiel der Essener an einem Freitagabend in Burghausen benötigt also mehr als nur die Fanliebe eines Fan. Er muss die Fahrt vorbereiten, muss Tickets für Bus- oder Bahn kaufen und der Freitag muss für einen Arbeitnehmer auch erst mal frei planbar sein.

Umso ärgerlicher ist es, wenn man all die Anstrengungen unternommen hat um eine Auswärtsfahrt zu realisieren, diese aber durch äußere Faktoren nicht stattfindet. Dem Fernsehen ist hierbei kein Vorwurf zu machen, denn sie scheinen alles möglich zu machen, allerdings wird das Wetter auch weiterhin nicht von ihnen geplant. Auch der DFL trifft hier keine Schuld. Allerdings haben diese beiden Institutionen Gewalt über die weiteren, daraus resultierenden Vorgänge.

Ein Beispiel, dass in den jeweiligen Fanszenen nicht nur für Jubel, sondern auch für Ernüchterung und Enttäuschung geführt hat. In der Hinrunde traf der 1.FC Köln im Westschlager auf die Elf von Rot-Weiss Essen. Dieses Spiel wurde kurzfristig (wie oben beschrieben) auf einen Freitag terminiert. Da aber das Spiel Dynamo Dresden gegen 1.FC Köln, einige Wochen vorher, nicht stattfinden konnte, musste diese Partie dem Nachholspiel der Dresden-Partie weichen. Alles ein relativ normaler Vorgang, wobei es allerdings kaum vorgekommen sein dürfte, dass in der Bundesliga schon mal ein reguläres Spiel einem Nachholspiel weichen musste. Viele Essener und Kölner Anhänger waren aus verständlichen Gründen enttäuscht. Doch damit nicht genug. Außerdem wurde das Sonntag-Spiel zwischen Duisburg und Aue ebenfalls verschoben, auf einen Freitag. Viele der Auer Fans hatten bereits den Sonntag fest einkalkuliert und waren nicht erfreut darüber, dass sie sich nun an einem Freitagabend (vielmehr ist es der frühe Freitagvormittag) auf den weiten Weg in Richtung Ruhrgebiet machen mussten.


Proteste der Nürnberger, Montags in Lübeck (2004)
Bild von den Ultras Nürnberg


Nun stellt sich die Frage, warum auch dieses Spiel verschoben wurde und warum es überhaupt nicht möglich ist, Nachholspiele ohne direkte Auswirkungen auf den restlichen Spielplan zu verlegen, wenn dies in der Bundesliga, trotz der teilweise dreifachen Belastung (Liga, Europapokal und DFB-Pokal und mit der Nationalmannschaft für einzelne Teams sogar eine vierfache Belastung), möglich ist. Hier wird die Sache für den Fan auch sehr undurchsichtig. Die nach außen immer als transparent und aufklärend auftretenden Herren der DFL oder auch vom DFB klären den zahlenden Zuschauer nicht darüber auf, inwieweit sie noch Entscheidungsmacht haben. So muss spekuliert werden, dass das Fernsehen einen Großteil der Gewalt über die Spielpläne übernommen hat. Denn sonst muss die Frage neu gestellt werden, warum es nicht möglich ist, dass wenn schon ein Spiel von Freitag auf Sonntag verschoben wird, eine andere Begegnung dafür weichen muss. Kann nicht auch ein Spieltag am Freitag mit zwei Partien funktionieren, sowie der Sonntag mit einer Partie mehr? Ist der Terminkalender der zweiten Liga so dermaßen überfüllt, dass sich keine anderen Ausweichtermine finden lassen? All diese Fragen bleiben unbeantwortet.

Leider ist dabei der Leittragende gefunden. Der Fußballfan – und zwar nicht der, der sich vor den Fernseher setzt, sondern der, der dem Ganzen die notwendige Stimmung verleiht. Mittlerweile muss man erneut vernehmen, dass auch neue Anpfiffzeiten in Planung sind, um „neue Märkte zu erschließen“. Wenn man fies sein will, dann kann man ein wenig übertrieben prophezeien, dass schon bald ein Spiel, welches um 20.00 Uhr angesetzt war, kurzfristig auf 15.00 Uhr verlegt wird, wobei die Fans dann noch im Stau auf der A3 Richtung Süden stehen!

Dass unser Team diese Saison bei den Montagsspielen gar nicht berücksichtigt wird, löst bei dem ein oder anderen Fan, besonders bei denen, die sich Spiele auch gern mal zu Hause anschauen, für Unverständnis. Gerade der Kreis um die Ultras und die Leute, die auch auswärts jedes Spiel im Stadion sehen wollten, sind über diese Entscheidung natürlich glücklich. Dennoch bleibt die Frage, warum gerade wir, zu Hause doch immer für einen Hexenkessel bekannt, nicht einmal gezeigt werden. Spiele wie gegen Köln, Frankfurt, Dresden oder Duisburg eignen sich allemal besser als Spiele wie Burghausen gg. Dresden, wo das Highlight wieder mal Randale im Block der Dresdener ist. Auf eine Anfrage an das DSF erhielen wir diese Antwort:

"Sehr geehrter Herr *****,

wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unserem Sender.

DSf versucht stets, die attraktivste Spielbegegnungen (gemessen an
Einschaltquoten) im Program anbieten zu können.
Desweiteren unterliegen die Planungen zahlreichen rechtlichen Aspekten.

Ihr schreiben werden wir dennoch zur Information an die Fußballredaktion weiterreichen.

Wir hoffen hier auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre DSF Zuschauerredaktion"

Dies ist wohl eher ein Witz als eine ernst zu nehmende Antwort. Wie auch immer, man kann sich hiergegen wohl ebenso wenig wehren, wie gegen die Terminierung durch die DFL. Konzentrieren wir uns also lieber auf den lebenswichtigen Klassenerhalten und legen uns dann in der nächsten Saison Premiere zu, hier scheint unser RWE ja ein gern gesehener Gast zu sein.

(tp / mn)



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