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14.01.2005 - Rückblick: Das war das rot-weiße Jahr 2004


Januar/Februar:

Die freundlicherweise vom DFB ungewöhnlich lang angesetzte Winterpause nutzt der neue Coach Jürgen Gelsdorf, um sich endlich richtig mit der Mannschaft einzuarbeiten. Die Folgen: Onkel Jürgen findet eine neue Abwehrtaktik mit Viererkette, mit Hilko Ristau einen Spieler, der genau in dieses System passt und Kapitänlibero Heiko Bonan sich plötzlich auf der Bank wieder.


März:

Erste Bewährungsprobe für die neue Abwehrformation Yildirim-Kück-Ristau-Weigelt (Ernst war verletzt) beim Spiel gegen die wenigen, aber selbsternannten geilen Grotifantenstädter. Die Kette hält, Koen und Köhler knipsen, Bonan schaut angesäuert von der Bank aus zu. Später erklärt er vorbildlich, wichtig sei der Erfolg der Mannschaft. Eine Woche später schaltet sich Neuzugang Ristau ins Angriffsspiel ein und köpft das entscheidende, weil einzige Tor gegen Braunschweig. In den nächsten Spielen bietet sich fußballerische Magerkost mit wenig Toren. In Wattenscheid heißt es "Vom Winde verweht" und bei Bilgins 1:0 gegen St. Pauli in allerletzter Spielsekunde erbebt die Hafenstraße unter dem kollektiven Fanorgasmus der wilden 13.000. Wenige Tage später entbeint die Gelsdorf-Truppe den sympathischen Tabellenletzten aus Neumünster mit 5:1.


April:

Ein mageres 0:0 gegen Mitkonkurrent Dresden lässt die rot-weiße Fangemeinde nichts Gutes für das Schlagerspiel gegen den Wuppertaler SV befürchten. Zu Unrecht. Am Ende der rot-weißen Gala steht ein souveränes 5:2 auf dem Zettel, die Tabellenführung ist nur noch ein Pünktchen entfernt. Und während der WSV in Chemnitz Federn lässt, trumpfen die Roten auch in der AOL-Arena beim gar nicht so dollen HSV-Amateurteam auf.

Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!


Mai:

"Preußen Münster, immer wieder. Hier macht Fußball echt noch Spaß", trällert Götz Alsmann aus den Lautsprechern des altehrwürdigen (man könnte es auch als "Bruchbude" bezeichnen) Preußenstadions. Zumindest der zweite Teil der Aussage stimmt. RWE gewinnt mal wieder verdient. Aber: Preußen Münster immer wieder? Nein danke. Zumindest für das nächste Jahr sparen wir uns die Reise, darin sind sich inzwischen alle RWE-Fans einig. Langzeit-Tabellenführer WSV guckt sich derweil die Aufstiegsplätze von unten an - sechs Punkte Rückstand. Chemnitz, Paderborn: Haifischfutter für die gefräßigen Rot-Weißen.
Dann das Heimspiel bei Schalkes Amateuren in der Lohrheide: Nach sagenhaften 90 Minuten, bei denen einem unser Ex-Keeper Christoph Müller echt Leid tun konnte, heißt es nicht nur: Sieben auf einen Streich, sondern vor allem:

Bundesliga Zwei, Essen ist dabei!

Beim folgenden Heimspiel gegen Dortmunds Zweitvertretung macht selbst der Schiri die La-Ola-Welle mit. Dortmunds Stefan Hoffmann bleibt übrigens nach dem Spiel noch etwas länger...
Übrigens: Zwischendrin versenkten die Essener Bambinis um Venekamp und Kreuels auch noch Fortuna Düsseldorf im Verbandspokalfinale.


Juni:

Das Auswärtsspiel in Leipzig wäre eigentlich nur aus zwei Gründen interessant gewesen: 1.) Die neue Arena 2.) Unser alter Trainer Harry Pleß. da es die Leutzscher aber vorzogen, die Endphase der Saison mit Pleß' Vorgänger (!) zu bestreiten, fiel ein Grund raus. Egal, gelaufen war eh alles. Chemie nahm man als Dessert auf dem Weg in die Sommerfrische gerade eben mit. Fazit der Saison: Neun Punkte Vorsprung bei einer Tordifferenz von 51. Die Fans sehen bereits den rot-weißen Durchmarsch in Liga Eins kommen.


Juli:

Vor den Preis haben die Götter den Schweiß gesetzt: In alter Formation geht es ins Trainingslager, einzig Kirschstein, Weigelt und Köhler haben aus der Stammformation den Verein verlassen. Dafür kamen Wulnikowski aus Berlin, Wiwerink aus Kleve und, ja wer eigentlich?
Das Trainingslager in Ostfriesland wird genutzt, um Kandidaten vorspielen zu lassen: Mehmet Sirin und Alen Marcina zum Beispiel. Den Brasilianer Sidney nimmt Gelsdorf auch ohne Probetraining, den kennt er noch aus Osnabrück. Später kommt noch Sidneys Landsmann Nascimento als Verstärkung für die Abwehr hinzu.
Was den Sturm betrifft, so schreiben die meisten Sonderhefte von Schoof, Lintjens, Koen. Rechnet man die beiden Mittelfeldler wieder heraus, steht der Ex-Leverkusener ziemlich einsam da.
Die Kracher, die Manager Kontny versprochen hatte, sie fehlten noch. Sicher: Nascimento, Wulnikowski, Schwarz, Sidney - alles gestandene Zweitliga-Recken. Aber unter "Kracher" stellt sich der gemeine Essener Fan schließlich jemand vom Kaliber eines Lars Ricken oder Thomas Cichon vor.
Endlich - die ersehnten Neuigkeiten für den Sturm: Hajduk Split überlässt uns den im Probetraining überzeugenden Schottenstürmer Ryan Thomson und von Bröndby IF kommt Angreifer Peter Foldgast. Rot-Weiss-International. Zumindest Foldgast wirkt auf Anhieb sympathisch. Schließlich hat er ja im UEFA-Cup den Knappen aus der Verbotenen Stadt einen eingeschenkt.


August:

Die Spannung ist kaum noch auszuhalten: Das erste Spiel, und Premiere überträgt live und direkt von der Hafenstraße. Nach zehn Minuten mag man schon gar nicht mehr hinsehen: Aus der erfolgreichen Aufstiegsmannschaft ist ein Hühnerhaufen geworden, der sich 5:1 auseinander nehmen lässt. Wulnikowski wirkt übernervös, der Rest vollkommen neben den Socken, einzig Koen und Foldgast lassen die Essener einmal mit einer schönen Kombination jubeln. Ansonsten: Alles scheiße. Auch im Pokal gegen Aachen gibt es nichts zu holen.
In Trier und gegen Erfurt erringt man dann zumindest je einen Punkt.


September:

In der Duisburger Walter-Hellmich-Gedächtnis-Arena ist man deutlich unterlegen, auch wenn das Spiel nur 1:0 abgegeben wird. Dagegen ringt man in einem packenden Spiel Energie Cottbus nieder und leitet so den Anfang von Ede Geyers Ende ein. In Burghausen lässt sich das Fazit in vier kurze Wörter fassen: Schlecht gespielt, verdient verloren. Der Unterschied zwischen den Belastungen in der zweiten und dritten Liga lässt sich übrigens an den Verletztenlisten der Spieltage absehen. Der Lichtblick des Monats: Keeper Nummer Zwei, Rene Renno, wird befördert und entwickelt sich mehr und mehr zum souveränen Rückhalt des Teams.


Oktober:

Den braucht es auch, denn was sich die Abwehr in Karlsruhe und gegen Frankfurt erlaubt, geht auf keine Kuhhaut mehr. Da nutzt es auch nix, dass man vorne in zwei Spielen fünf Mal trifft, wenn es hinten acht Mal klingelt. Fehlt in einem Spiel das Können oder die Leidenschaft, so ist es im nächsten die Cleverness. Danke, sagt da der Herr Podolski, und macht auch mal eben seine zwei Tore innerhalb der letzten 120 Sekunden gegen Köln. Die Verletztenliste wird auch nicht kürzer. Die Tristesse rund um die Hafenstraße hat ihren Höhepunkt erreicht. Denkt man. Vor allem nach dem Sieg gegen Saarbrücken wird leise aufgeatmet.


November/Dezember:

Aachen und 1860 kommen gegen RWE nicht über Unentschieden hinaus. Das tut gut, aber so langsam müsste mal wieder ein Sieg her. Am besten gegen den Reviernachbarn und direkten Abstiegskonkurrenten RWO. Es wird das schlechteste Spiel der Saison - bis dahin. Beide Mannschaften eiern über den Platz, als wenn sie das Fußballspielen verlernt hätten. Fußball zum Abgewöhnen. Bei Tabellenführer Fürth gibt es nichts zu ernten, dafür fährt man - zur Abwechslung mal - einen Dusel-Sieg gegen Ahlen ein. Gelsdorf kann erstmals die gleiche Mannschaft in aufeinander folgenden Spielen aufbieten - es ist eine Notelf. Die Hinrunde wird abgeschlossen mit einem peinlichen 0:4-Auftritt beim alten Schlusslicht Unterhaching. Neues Schlusslicht für die Dauer der Winterpause ist, na, wer wohl?

Die Fans reagieren geschockt bis sauer. Erst werden einzelne Spieler als Buhmänner präsentiert, später der Trainer, schließlich der Manager. Die Stimmung im rot-weißen Lager ist auf dem absoluten Nullpunkt. Nix mehr Durchmarsch, eher: Zurück, marsch, marsch in die dritte Liga ist die Befürchtung.

Hoffentlich nicht. Noch ist nicht alles verloren. Wenn der Umschwung kommen soll, muss er jetzt kommen. (thm)




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