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06.08.2004 - Ausblick

Ab Samstag rollt das Leder wieder für die Essener Rot-Weißen, es wird Zeit für eine kleine Saisonprognose. Lange Rede, kurzer Sinn, wir legen direkt los - eine weitere Hommage an das vergangene Jahr ist nicht mehr notwendig, denn jetzt zählt nur noch die Zukunft und das neue Ziel, der Klassenerhalt. Und der fängt meistens mit einem guten Torwart an, womit wir den Ausblick auf den neuen Kader starten wollen: Mit Renno und Wulnikowski verfügt RWE über 2 Torleute, von denen einer das schwere Erbe eines Sascha Kirschsteins anzutreten hat, und egal, wer sich im Laufe der Spielzeit als Stammkraft etablieren wird, man sollte ihm alles Gute wünschen, denn die Fußabdrücke, die Kirsche nach 2 Spielzeiten im Fünfmeterraum hinterlassen hat, sind riesig. Renno hat über mehrere Spielzeiten hinweg bei Wattenscheid 09 in oberen Regionen der Regionalliga agiert und auch im vergangen Jahr Sascha Kirschstein - nach seiner roten Karte in Chemnitz - einige Spiele lang sehr gut vertreten, dennoch fehlt ihm ganz einfach die Spielpraxis. Wulnikowski verfügt mit 1,92 m über eine ähnliche Statur wie Kirsche und hat in der letzten Saison bereits in Liga 2 für Union Berlin das Tor gehütet, aber, auch er vermochte den Abstieg der Eisernen nicht mehr verhindern. Glaubt man den Aussagen einiger interner Stimmen, lag es jedoch sicherlich nicht an ihm. Wulnikowski ist zudem ein Junge aus dem Pott, und was weiterhin für ihn spricht, ist die Tatsache, dass er trotz einer doch eher mickrigen Ablösesumme unbedingt nach Essen wollte. Prognose hier: Wulnikowski dürfte am ersten Spieltag, sollte er sich nicht noch ein paar Knochen brechen, im Tor gegen Aue stehen, Renno wird es auch in seiner zweiten Saison in Essen schwer haben, zum Stammtorhüter aufzusteigen.

Im Abwehrbereich haben sich die Rot-Weißen mit Sidney Santos de Brito (VfL Osnabrück) sowie Vivaldo Nascimento Barreto (FC St. Pauli) verstärkt. Zudem steht mit Sandro Schwarz von Mainz 05 ein weiterer Mann im Kader, der erstens enorme Zweitligaerfahrung aufweisen kann, zweitens aber auch einen Part in der Viererabwehrkette einnehmen kann. Bleiben aus dem Vorjahr noch die Stützen Kück und Ristau (ebenfalls zweitliga-erfahren), sowie die flexibel einsetzbaren Allrounder Yildirim und Ernst, so sollte die Abwehr sich zwar nach den wenigen Gegentoren im Vorjahr auf verstärkte Arbeit einstellen, aber keinesfalls als Kanonenfutter der Liga gelten. Haastrup sollte man nicht vergessen, aber wie bereits in der Rückrunde 2004 wird er allenfalls eine ergänzende Rolle einnehmen können. Mit André Wiwerink (zuletzt FC Kleve) steht zwar noch ein weiterer Akteur im Kader, der über Gardemaße für einen Abwehrspieler verfügt, jedoch steht es in den Sternen, ob er jemals für die Rot-Weißen auf Punktejagd gehen wird, denn bekanntlich wurden bei ihm kürzlich dramatisch hohe Blutdruckwerte festgestellt. An dieser Stelle einmal die besten Genesungswünsche.

Der Abwehrchef und einzig gesetzte Spieler dürfte Hilko Ristau, schon allein wegen seiner Routine und Erfahrung, sein. Bei allen anderen wird es ein munteres Stühlerücken seitens des Trainergespannes geben. Sicherlich werden Nascimiento und Sidney als spielerische Elemente so oder so für Aufsehen auf den Rängen sorgen, schließlich ist es eine Ewigkeit her, dass ein Brasilianer bei RWE die Schuhe schnürte, dass es nach der Verpflichtung von Texeira für den Sturm (Anm. siehe weiter unten) sogar ein Trio geworden ist, ist für die Bergeborbecker ein absolutes Novum. Kück dürfte es trotz seines verbesserten Engagements gegen Ende der abgelaufenen Rückrunde schwer haben, wieder zur Startelf gegen Aue zu gehören, somit sollten am ersten Spieltag die beiden Brasilianer neben Ristau und einem weiteren Spieler auf der Außenbahn agieren, Favoriten hierfür sind Yildirim und Ernst. Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders, und Ristau und Schwarz spielen den Part in der Innenverteidigung und Nascimiento und Sydney spielen außen. Anhand dieser Schiebereien kann man aber erkennen, welche Qual der Wahl sich dem Trainer bei der Aufstellung der Abwehr ergeben.

Beim Prunkstück Mittelfeld wird die Sache noch interessanter, denn sollte dieser namhafte Mannschaftsteil eine weitere Saison à la 2003 / 2004 hinlegen und weitestgehend verletzungsfrei bleiben, dürfte RW Essen für einige Überraschungen gut sein. Der Kopf der Mannschaft bleibt nach wie vor Bjarne Goldbaek, aber, eigentlich kommt diese Zweitligasaison ein Jahr zu spät für ihn. Sollte er noch ein Jahr wie das zurückliegende absolvieren, dürfte er die zentrale Schaltstelle im Mittelfeld bleiben. Viel wird davon abhängen, ob er frei von Blessuren bleibt und dem – möglicherweise - höherem Tempo in Liga 2 gewachsen ist, allerdings dürfte ein Spieler seiner Klasse viel mit dem Auge wettmachen. Sollte Gelsdorf auch im kommenden Jahr mit einer Tandemtaktik im Mittelfeld agieren, wovon man nach diversen Aussagen in Interviews ausgehen kann, dann sollte auch Wedau im nächsten Jahr eine der Säulen im Spiel der Essener bleiben.

Auch Erwin Koen dürfte als spielerisches Element auf der linken Bahn gesetzt sein, allerdings bleibt hier abzuwarten, ob er noch offensiver als zuletzt agiert, denn in den letzten Testspielen der Essener deutete sich ein 4-4-3(2-1) System an. Sollte Erwin also weiterhin aus der Tiefe kommen, ist er auf links gesetzt, sollte er allerdings in die Spitze vorrücken, wird es einen Kampf um die verbleibenden 2 Plätze geben. Auch hier bieten sich als Ergänzung noch Ernst und Yildirim an. Direkt dahinter lauern noch Bilgin, der einer herausragenden Akteure der vorangegangen Rückrunde war, sowie Spieler wie Kreuels aus der eigenen Jugend, der seine Fähigkeiten schon das eine oder andere Male unter Beweis stellen konnte, und auch beim ARAG-Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf im Kader agierte.

Ein weiterer „Lauer"-Kanditat ist Silvio Pätz. Zu Pätz kann man eigentlich nichts oder kaum was sagen, da sich bei ihm in der Vergangenheit Licht und Schatten abwechselten, doch die allgegenwärtige Meinung über ihn scheint ja die zu sein, dass er eigentlich über enormes Potential verfügt, dieses aber bisher nur spärlich umsetzen konnte, oder aber in der Vergangenheit nicht mehr richtig. Aber, und da kommt jetzt sein großes Plus, er trainiert nun unter Jürgen Gelsdorf, der hat es immerhin geschafft, dass ein Wedau vom ewigen Talent im sauberen Trikot zum kämpfenden Motor im Mittelfeld mutierte, der auch schon mal da einschreitet, wo er früher die Fußspitze weggezogen hätte. Was den Vergleich zu Wedau noch untermauert, ist die Tatsache, dass Pätz als U18-Spieler bereits Weltmeister war und Wedau schon mit 18 in der Bundesliga kickte und zudem etliche Male das Juniorennationaltrikot diverser DFB-Auswahlteams trug. Fast scheint es, als würde es Gelsdorf sich zu einer Art Lebensaufgabe gemacht haben, ehemalige Supertalente wieder zu alter Stärke zu formen. Von daher, er passt vom Alter und vom Anforderungsprofil sicher absolut in das Gefüge, vielleicht spielt er eine größere Rolle als nun zunächst zu erwarten ist, aber das Traummittelfeld nach dem derzeitigen Stand der Dinge wäre sicherlich Koen – Wedau – Golbaek und Schwarz, so wird die Formation auch sicherlich gegen Aue auf dem Rasen stehen.

Kommen wir nun zum Sorgenkind „Sturm", so sahen es zumindest viele ungeduldige Fans, bis zur Verpflichtung des dänischen Stürmers Peter Foldgast vom dänischen Spitzenclub Bröndby Kopenhagen. Das wird die Karten im Sturm gehörig durcheinander wirbeln, denn ging man vorher davon aus, einzig und allein Schoof sei gesetzt, bringt diese neue Personalie plötzlich auch im Sturm neue Perspektiven. Schoof, der Zentrale, Texeira, der Goalgetter, und Foldgast, der Köhlerersatz. Texeira, von der Spielanlage sicherlich ein ähnlicher Stürmertyp wie Schoof, wird nunmehr ergänzende Aufgaben übernehmen, aber auch seine Tore schießen, denn wenn er eines kann, dann ist es Tore zu erzielen. Seine Trefferquote in den letzten Jahren ist beeindruckend, er wird zwar nicht jünger, aber seine Erfahrung wird eine wichtige Rolle im Abstiegskampf spielen. Foldgast, der kurz vor Saisonbeginn überraschenderweise aus dem Hut gezaubert wurde, wird der neue Köhler sein, dabei ist es eigentlich paradox, von einem Ersatz zu sprechen. Nach dem unerwarteten Abgang von Köhler zur Frankfurter Eintracht im Juni wurde dem Verein zeitweise Missmanagement vorgeworfen, auch die wochenlangen Verhandlungsdebatten zwischen Gudjohnsen (VfL Bochum) und RWE, sowie Kaufmann (Hannover 96) und RWE, warfen, oberflächlich betrachtet, kein gutes Licht auf den Verein, allerdings sollte man das auch ganz klar abwägen können. Würde jeder Name, der bspw. in Gazetten wie dem Reviersport gehandelt wird, ans Tageslicht gelangen, dann wäre im Sommer an der Hafenstraße die Hölle los gewesen, andererseits zeigt die Verpflichtung von Foldgast, dass auch die Presse nicht von allem Wind bekommen muss. Neben den bisher 3 genannten Spielern im Sturm hat der Trainer noch die Option – auf Grund des überaus breiten Mittelfeldes - Spieler wie Linjtens oder Koen in den Sturm zu befördern, dies sollte aber allenfalls passieren, wenn Essen von Verletzungsmiseren heimgesucht wird.

Ab Samstag beginnt dennoch eine neue Zeitrechnung in Essen, wenn man auch in der Vergangenheit sehr verwöhnt wurde. Man muss sich nun auch wieder auf Niederlagen und Klatschen einstellen, denn davon gab es in den vergangenen 3 Spielzeiten bei 102 ausgetragenen Partien gerade mal 18 Stück, allerdings sollte die Festung Hafenstraße Garant dafür sein, dass man mit etwas mehr als 40 Punkten in der Klasse verweilt. Alles andere wäre nach dem derzeitigen Stand der Dinge doch schon eine Überraschung, aber gerade in Liga 2 gab und gibt es in jedem Jahr ein Überraschungsteam. Es gibt viele Vereine, die ebenso wie Essen auch nur mit Wasser kochen, zwischen Platz 4 und Platz 14 ist jedenfalls alles drin. Und da Prognosen à la „Hätte wenn und aber" eigentlich doch großer Kappes sind, lege ich mich nun fest, wohl wissend, am Ende der Saison darauf fest gemauert werden zu können, und prognostiziere:

RWE wird am Ende guter 9. (fsl)

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